Abzocke:

Betrüger haben auch vorpommersche Unternehmen im Visier

Betrüger versuchen immer wieder, vor allem ältere Menschen auf die verschiedenste Art abzuzocken. Die Polizei hat mit ganz vielen Fällen zu tun. Offenbar sind auch Unternehmen im Visier von Gaunern.

Mit diesem Schreiben wollten Unbekannte die Ueckermünder Wohnungsgesellschaft abzocken.
Thomas Krause Mit diesem Schreiben wollten Unbekannte die Ueckermünder Wohnungsgesellschaft abzocken.

Erst das ahnungslose Rentnerpaar und jetzt auch Unternehmen? Haben Betrüger, die mit verschiedenen Maschen an das Geld Fremder kommen wollen, auch Firmen im Visier? Bei Norbert Raulin, Geschäftsführer der Ueckermünder Wohnungsgesellschaft (UWG), liegen zwei Schreiben auf dem Tisch, in denen der UWG Werbeplattformen angeboten werden, die ziemlich seltsam daherkommen.

Die Firma Plimsoll Publishing, ein nach eigenen Angaben angesehener Firmen- und Industrieanalyst mit Sitz in Großbritannien, offeriert der UWG unter anderem einen sechsmonatigen Onlinezugang in der „Grundstücks- und Immobilienmakler“-Ausgabe. Kostenpunkt: 699 Euro. Die BDN-Media aus Istanbul bietet dem Ueckermünder Vermieter die Möglichkeit, Anzeigen in einem Werbeobjekt zu schalten. Der Vertrag soll ein Jahr laufen; Kostenpunkt insgesamt: knapp 800 Euro.

Angebote sind nicht einmal strafbar

„Meine Sekretärin ist sofort hellhörig geworden, als sie Istanbul als Firmensitz las. Auch die Preise erschienen ihr gleich zu hoch“, sagt Raulin, der die Wachsamkeit seiner Mitarbeiterin lobt. Katrin Reimer sagt, dass sie oft mit solchen Angeboten zu tun habe. „Diese beiden kamen mir gleich komisch vor. Vor allem die hohen Preise und die ausländischen Adressen haben mich stutzig gemacht“, erzählt die UWG-Mitarbeiterin.

Für die Polizei im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist es allerdings kein neues Phänomen, dass jetzt an Unternehmen herangetreten wird. „Gerade, was Werbung in diesen Branchenbüchern betrifft. Wenn es sich um Angebote mit ausländischer Adresse handelt, sollte man in der Regel gleich aufmerksam werden, das Papier möglicherweise sofort in den Papierkorb werfen“, rät Axel Falkenberg, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam. Diese Angebote seien nicht einmal strafbar. „Im Kleingedruckten ist da meist alles erklärt. Liest man das nicht oder nur oberflächlich, hat man aber schon mal einen teuren Zwei-Jahresvertrag an der Backe“, verdeutlicht er.

„Also Finger weg davon! In den meisten Unternehmen weiß man das. Aber es wird immer und immer wieder versucht, auf irgendeine Weise an Geld zu kommen“, sagt der Polizeisprecher. Die sei bei Betrügereien an der Haustür genauso wie bei Unternehmen. „Wenn jemand so ein Schreiben erhält, und es kommt ihm seltsam vor, sollte er sich an die Polizei wenden“, sagt der Sprecher: Betrüger versuchen es heute in Ueckermünde, morgen in Anklam und dann oft mit der selben Masche zwei Tage später auf Usedom. „Wir können immer wieder nur warnen, unbedingt achtsam zu sein“, erklärt er.

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