Sparidee:

Braucht wirklich jede Stadt ein Standesamt?

Die Verantwortlichen des Amtes „Am Stettiner Haff“ mit seinen 13 Gemeinden machen sich Gedanken um die Zukunft. Wie können Dörfer ihre Selbstständigkeit bewahren? Amtsvorsteher Gerhard Seike bringt dabei eine Möglichkeit ins Spiel, die wahrscheinlich viele für verrückt halten.

Nach Vorstellungen von Amtsvorsteher Gerhard Seike könnten Eheringe künftig nur noch in einer Stadt getauscht werden. Bisher gibt es in Eggesin, Ueckermünde und Torgelow ein Standesamt.
Jürgen Fälchle Nach Vorstellungen von Amtsvorsteher Gerhard Seike könnten Eheringe künftig nur noch in einer Stadt getauscht werden. Bisher gibt es in Eggesin, Ueckermünde und Torgelow ein Standesamt.

In den nächsten vier Jahren sieht der Vorsteher des Amtes „Am Stettiner Haff“ in Sachen Gemeindefusion noch keinen Bedarf. Nach Ansicht von Gerhard Seike wird das Thema frühestens 2019 aktuell werden, und dann will auch das Amt mit seinen 13 Dörfern gewappnet sein. „Wir wissen, dass man in Schwerin intensiv daran arbeitet, dass es 2019 einen Schnitt geben wird“, sagt er. Soll heißen: Spätestens ab dem Jahr 2019 sollen sich nach dem Willen der Landesregierung so viele Dörfer wie möglich zusammenschließen, um eines zu erreichen: Geld zu sparen.

Allerdings sieht Seike immer noch nicht, dass durch Gemeindefusionen wirklich Kosten gespart werden – und da ist er sich mit den meisten Bürgermeistern in seinem Amtsbereich einig. „Fusionen sind keine Garantie, dass sich die finanzielle Situation in den Gemeinden verbessert. Das Grundübel ist nach wie vor die schlechte Finanzausstattung in den Dörfern“, sagt der Amtsvorsteher, der selbst Bürgermeister in Meiersberg ist.

Um wirklich auf Dauer Kosten bei den Gemeinden und Städten in der Haff-Region sparen zu können, bringt Seike eine ganz andere Möglichkeit ins Gespräch, die für den einen oder anderen wahrscheinlich nach einer nahezu verrückten Idee klingt: Brauchen die Städte Torgelow, Eggesin und Ueckermünde künftig jeweils ein eigenständiges Standesamt? Ist es wirklich notwendig, dass diese Städte, die man bequem mit dem Fahrrad abradeln könnte, eigene Bauämter haben?

„Diese Städte liegen so dicht nebeneinander, da muss man diesen Fragen einfach stellen, wenn es um die Zukunft geht. Eggesiner lassen sich doch schon jetzt in Ueckermünde trauen, umgekehrt ist es genauso“, sagt der Amtsvorsteher. Seike ist klar, dass er sich mit diesen Ansichten nicht nur Freunde in der Region macht. „Ich weiß, dass man das in den Ämtern nicht gern hören wird. Aber in Hinblick auf die Zukunft muss es erlaubt sein, alle Möglichkeiten zu prüfen. Und man muss fragen, ob diese Ämter so noch effektiv arbeiten“, sagt er. Seike erinnert in dem Zusammenhang an den Städteverbund U.T.E. (Ueckermünde.Torgelow.Eggesin), der vor vielen Jahren ins Leben gerufen wurde, um die Zusammenarbeit zwischen den Städten zu stärken. Siedlungs-, Wirtschafts-, Verkehrs-, Infrastruktur- und Tourismusentwicklung sollten besser abgestimmt werden. „Von U.T.E höre ich gar nichts mehr“, sagt Seike.

Dem Amtsvorsteher geht es bei seiner forschen Idee nicht darum, Menschen in den Ämtern zu entlassen. „Diese Fachleute brauchen wir alle in der Zukunft. Es geht allein darum, nach Möglichkeiten zu suchen, um effektiver zu arbeiten“, sagt er. Im Amt „Am Stettiner Haff“, das von Eggesin verwaltet wird, gebe es eine Arbeitsgruppe, die sich auch mit diesen Themen befassen wird. Vertreter der Stadt Ueckermünde, so Seike, hätten ihre Bereitschaft, dort mitzuarbeiten, bereits signalisiert. „Auch die Stadt Torgelow ist herzlich willkommen.“ 

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Kommentare (1)

Es wehre Schön wenn man nicht nur überStandesämter sich einen Kopf macht sondern ob man noch Ämter oder Krei-, Land- bzw. Bundesämter noch braucht, den diese könnte man doch nach Berlin verlegen und so viele Steuergelder süaren