Tierischer Feldzug:

Biber frisst sich durch ein Dorf

Vogelsang-Warsin hat ein Biber-Problem. Das Tier nagt sich unerbittlich durch das Dorf, zerstört Bootsstege, frisst unzählige Bäume an und unterhöhlt nun auch noch den Kanalweg, die einzige offizielle Zufahrt zum Strand. Das ist gefährlich.

Vogelsang-Warsins Bürgermeister Ingo Grönow ist verzweifelt. Ihn plagt der Biber. Der hat inzwischen auch begonnen, den Kanalweg zu unterhöhlen.
U. Bilaczewski Vogelsang-Warsins Bürgermeister Ingo Grönow ist verzweifelt. Ihn plagt der Biber. Der hat inzwischen auch begonnen, den Kanalweg zu unterhöhlen.

Der Biber fühlt sich offenbar pudelwohl in Vogelsang-Warsin – und das nicht erst seit gestern, klagt Bürgermeister Ingo Grönow. Das Tier macht sich an vielen Orten in der Gemeinde zu schaffen. So steht am Fischereihafen heute kein Baum mehr – alle gefällt vom Biber. Der von Bäumen umgebene Strand wird immer kahler, und im Seglerhafen hat der Nager bereits einen Bootssteg komplett zerstört.

Mit Sorge beobachtet Ingo Grönow schon länger den tierischen Feldzug. „Aber jetzt muss Schluss sein“, schimpft der Dorfchef. Das Tier – Experten gehen von einem Einzelbiber aus – beginnt schon, den Kanalweg zu unterhöhlen.

Das Problem: Die schmale Asphaltstraße ist die einzige offizielle Zufahrt zum Strand. Angler, Segler, Urlauber und Einheimische passieren vor allem in den Sommermonaten diesen Weg. „Aber jetzt wird die Fahrt allmählich zur Gefahr“, betont der Dorfchef. Gräbt der Biber weitere Röhren, droht irgendwann die Straße abzusacken.

Zu welchem Preis soll der Biber geschützt werden?

Und niemand will den Biberfeldzug aufhalten, klagt der Bürgermeister. Die Tiere stehen schließlich unter Naturschutz. Doch wer soll für den angerichteten Schaden aufkommen? „Der Kanalweg, also die asphaltierte Straße, hat 150 000 Euro gekostet“, schimpft Grönow.

Aber der Landkreis Vorpommern-Greifswald, das hat Grönow schon in Erfahrung gebracht, kann keine Mittel bereitstellen. „Die Behörde gibt nur hilfreiche Tipps, wie zum Beispiel die Bäume durch ein Drahtgeflecht zu schützen oder Schilder aufzustellen, die die Verkehrsteilnehmer warnen“, sagt Ingo Grönow. „Aber das kostet alles Geld. Geld, das die Gemeinde auf jeden Fall nicht hat.“ 

Grönows Fazit: Den Biber zu schützen, ist ja schön und gut, aber zu welchem Preis? „Sollen doch die zahlen, die diese Gesetze machen.“

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