Interview:

DDR-Sportstar Olaf Ludwig bei "Rad am Haff"

Olaf Ludwig gewann mehrmals die Friedensfahrt, zeigte bei der Tour de France was ein richtiger Radsport-Sprinter ist, außerdem wurde er WM-Dritter im Einzelzeitfahren. In Mönkebude fährt er am Sonnabend bei der 90-Kilometer-Rundfahrt "Rad am Haff" mit. Unser Reporter Thomas Krause interviewte ihn jetzt dazu.

Olaf Ludwig nimmt am kommenden Sonnabend an einer Radsportveranstaltung in Mönkebude teil.
Sebastian Kahnert Olaf Ludwig nimmt am kommenden Sonnabend an einer Radsportveranstaltung in Mönkebude teil.

Guten Tag, Herr Ludwig, erwische ich Sie gerade auf dem Rennrad?

(lacht). Nein, das würde sich dann anders anhören am Telefon.

Wie oft trainieren Sie noch auf dem Rad?

Gar nicht mehr. Beim Training geht es um Dinge wie Geschwindigkeit und Intervalle. Das mache ich nicht mehr. Ich fahre jetzt nur noch zum Spaß Rad.

Also haben Sie sich für eine 90 Kilometer lange Tour wie die am Sonnabend in Mönkebude auch nicht speziell vorbereitet, die fahren Sie locker runter?

Ja, das geht dann schon. Um die 90 Kilometer mache ich mir keine Sorgen.

Bei der Mecklenburger Seenrunde waren Sie zu Gast, jetzt kommen Sie nach Mönkebude. Wenn man sich umhört, dann spürt man bei vielen Menschen große Freude, dass Olaf Ludwig dabei ist. Macht es Sie stolz, immer noch so populär zu sein?

Das ist natürlich sehr angenehm. Bei der MSR in Neubrandenburg habe ich das schon gespürt. Viele Menschen verbinden meinen Namen mit der Friedensfahrt, die damals ja wirklich die bestvermarktete Radsportveranstaltung war. 14 Tage war die Tour im Fernsehen zu sehen, überall standen Tausende Zuschauer an den Straßen, um die Fahrer zu sehen.

Macht es Sie nicht traurig, dass es in Deutschland mittlerweile keine große Rundfahrt mehr gibt?

Es wäre toll, wenn es eine Deutschland-Tour geben würde, das würde dem Radsport sehr gut tun. Aber wir haben ja hier nicht mal mehr regionale Rundfahrten. Diese Rundfahrten, bei denen heutige Stars wie Marcel Kittel, John Degenkolb oder André Greipel ihre ersten Rennen gefahren sind, sind völlig verschwunden, einfach weg. Das gilt für viele Radsportvereine übrigens auch. Diese Strukturen wieder aufzubauen, wird sehr schwer.

Kleine Radfahrten wie die Mecklenburger Seenrunde in Neubrandenburg oder jetzt die neue Tour "Rad am Haff" in Mönkebude, bei denen Hobbysportler antreten können, scheinen dagegen im Kommen zu sein. Freut Sie das?

Ja, klar. Da gibt es wirklich einen Aufwärtstrend, und das ist schön. Der Ansatz ist dabei aber ein anderer als beim Radsport. Hier geht es darum, Leute und andere Regionen kennenzulernen, gemeinsam Rad zu fahren, Spaß zu haben. Aber ein Tour de France-Fahrer wird dort nicht geboren. Dafür bedarf es wie gesagt erst einmal wieder funktionierender Radsportvereine.

Wer auch an der Tour "Rad am Haff" teilnehmen möchte, findet hier weitere Informationen.