Anschlagserie in Ueckermünde:

Der Feuerteufel und neue Nächte der Angst

Zum vierten Mal hat es jetzt in der Kleingartenanlage am Schwarzen See gebrannt. Und die Feuerwehr ist absolut sicher: Das kann nur Brandstiftung gewesen sein.

Die verbrannte Couch, die vermutlich von dem Brandstifter angezündet worden ist.
Lutz Storbeck Die verbrannte Couch, die vermutlich von dem Brandstifter angezündet worden ist.

Es war eine trügerische Ruhe, die in Sachen Feuerteufel in den letzten Wochen geherrscht hat. Jetzt ist sie schlagartig wieder da: Die Angst vor der Nacht, vor den Stunden, in denen hier der Feuerteufel umgeht.

Entdeckte hatte das jüngste Feuer die Besatzung eines Streifenwagens. Die Flammen loderten in einem Haus auf einem Eckgrundstück gleich am Beginn der Kleingartenanlage am Schwarzen See. Gut, dass die Ordnungshüter verstärkt in solchen Gegenden Streife fahren und nach dem Brandstifter, der Ueckermünde in Atem hält, Ausschau halten. So konnte größerer Schaden verhindert werden.

Haus brannte an vier Stellen gleich stark

Dass es in diesem Fall eine Selbstentzündung gewesen sein soll oder aber der Brand von einer defekten Elektroanlage ausgelöst wurde, schließt der Ueckermünder Wehrchef Roland Till kategorisch aus. „Das Haus brannte an vier unterschiedlichen Stellen etwa gleich stark“, sagt er. An einer Couch, einem Sitzkissen, einem Holzschrank und einem Fensterrahmen hatte es gebrannt, als die Feuerwehr eintraf. Das kann kein Zufall sein, das war Brandstiftung, sagt der Feuerwehrchef. Zum Glück waren Türen und Fenster des massiven Häuschens fest verschlossen. „Dadurch bekam das Feuer nur wenig Sauerstoff und konnte sich nicht so schnell ausbreiten“, erklärt Roland Till.

Wegen dieser Umstände haben die Flammen auch keinen ganz so großen Schaden anrichten können. Zum Glück sei die Statik des Häuschens noch in Ordnung, es muss also nicht abgerissen werden. Dafür ist die Inneneinrichtung wohl wegen des Rußes und des Rauches unbrauchbar.

Am Tag danach war der Vater der Laubenbesitzerin mit dem Aufräumen beschäftigt. Er brachte angekohlte und verbrannte Möbelstücke aus der Laube. Ein irrer Feuerteufel scheint diese Kleingartenanlage zu einem seiner „Reviere“ gemacht zu haben. Bereits im Juli und dann noch zweimal im August hat es dort gebrannt, gar nicht weit von der jüngsten Brandstelle entfernt. Dabei sind mehrere zehntausend Euro Schaden entstanden. Verletzt wurde zum Glück noch niemand.

Nicht nur die Kleingärtner sind verbittert. Auch die Löschtruppe teilt die Wut. „Nun hat er uns ja fast acht Wochen lang in Ruhe gelassen“, merkt Feuerwehrchef Roland Till mit schwarzem Humor an. Er befürchtet – wie viele Kleingärtner aus dieser Gegend auch – dass es nicht der letzte Anschlag des irren Brandstifters gewesen sein könnte.

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