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Der Kampf der Rollifahrer hat sich gelohnt

Ist barrierefreies Bahnfahren auf der Strecke Bützow-Ueckermünde schon ab April wieder möglich? Der Petitionsausschuss des Landtages empfiehlt: Ja! Der lange Atem von vier Vorpommern hat sich scheinbar ausgezahlt.

Bald haben Rollifahrer auf der Bahnstrecke Bützow-Ueckermünde nicht mehr das Nachsehen. Ab April müssen sie dem Zug voraussichtlich nicht mehr hilflos hinterherschauen. Foto: NK-Archiv/Privat    
Bald haben Rollifahrer auf der Bahnstrecke Bützow-Ueckermünde nicht mehr das Nachsehen. Ab April müssen sie dem Zug voraussichtlich nicht mehr hilflos hinterherschauen. Foto: NK-Archiv/Privat    

Am Ball bleiben lohnt sich eben doch. Da sind sich die Chefin des Kreisbehindertenbeirates, Ursula Falk, und ihre Mitstreiter im Bahn-Kampf ziemlich sicher. Stolz halten sie ein Schreiben vom Petitionsausschuss des Landtages in den Händen. Rollifahrer können aufatmen. Barrierefreie Waggons sollen laut Ausschuss-Empfehlung schon im April auf der Strecke Bützow-Ueckermünde in die Bahnhöfe einrollen. Doch was war passiert? Im Dezember 2013 hatte die Landesregierung die Strecke per Notvergabe von der Ostseeland Verkehrs GmbH (Ola) an die Deutsche Bahn übertragen. Von da an häuften sich die Proteste, denn die Wagen waren plötzlich nicht mehr barrierefrei.

Auf ihrem beschwerlichen Weg hin zur barrierefreien Bahnfahrt ist den Protestlern nie der Atem ausgegangen. Sie haben gekämpft – und zwar mit allen Waffen der Demokratie. Ob der Aufruf zur Demonstration am Bahnsteig, die Gewinnung der Öffentlichkeit durch Unterstützung des Nordkurier, eine Unterschriftensammlung, in der sich etwa 1000 Vorpommern mit ihnen solidarisch zeigten oder intensive Gespräche mit Vertretern der Bahn und Mitarbeitern des zuständigen Ministeriums – sie haben nichts ausgelassen.

Schreiben stimmt zuversichtlich

Dass ihre Petition ernst genommen wurde, stimmt auch Barbara Mortensen froh. So hebt die Vorsitzende des Behindertenverbandes Ueckermünde vor allem die Stelle im Schreiben hervor, in der es heißt: „Der Landtag (...) hat entschieden, Ihre Petition der Landesregierung zu überweisen, um sie auf Ihr Anliegen besonders aufmerksam zu machen.“ Außerdem heißt es in dem Papier, dass eine weitere Verzögerung des Einsatzes der neuen Fahrzeuge unbedingt zu vermeiden ist. Und es wird noch deutlicher: „(...) es ist sicherzustellen, dass die ersten im April 2015 gelieferten Fahrzeuge auf der besonders betroffenen Strecke Bützow-Ueckermünde eingesetzt werden.“ Ein Schreiben also, das die Vorpommern sehr zuversichtlich stimmt. „Damit hätten wir ein Dreivierteljahr gewonnen“, sagt Quägber. Schließlich sei am Anfang der Dezember 2015 für barrierefreie Wagen im Gespräch gewesen. „Auch wenn es noch kein abschließendes Ergebnis ist, können wir mit diesem Schreiben sehr zufrieden sein“, freut sich Ursula Falk.

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