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Die Panzer gehen, die Jäger kommen

Noch stehen über 30 Panzer in der Kaserne in Spechtberg. Doch dieses Bild wird es nicht mehr lange geben. Das Panzerbataillon 413 wird aufgelöst und es entsteht ein Jägerbataillon. Das sind die Vorgaben der jüngsten Reform in der Bundeswehr.

Die Panzersoldaten stellen sich beim Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vor. Im kommenden Jahr wird es der letzte sein, denn das Panzerbataillon 413 wir aufgelöst und die Panzer abgezogen.
K. Möller Die Panzersoldaten stellen sich beim Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vor. Im kommenden Jahr wird es der letzte sein, denn das Panzerbataillon 413 wir aufgelöst und die Panzer abgezogen.

Lautes Gedröhne von Panzermotoren, viel Action und Technik, das prägt den Tag der offenen Tür des Panzerbataillons 413 in Spechtberg. Hunderte Schaulustige lassen sich diesen Tag nicht entgehen, können sie doch die schwere Kampftechnik hautnah erleben. Im kommenden Jahr wird es wieder so einen Tag geben, allerdings zum letzten Mal. Der Grund dafür ist die Umstrukturierung der Panzergrenadierbrigade 41 im Zuge der jüngsten Bundeswehrreform.

Die ersten Aktivitäten zur Umsetzung haben bereits begonnen, mittlerweile steht auch die Zeitschiene fest. Die größten Veränderungen müssen die Panzersoldaten hinnehmen. Ihr Bataillon wird aufgelöst und die schwere Technik abgezogen. Als Ersatz für diesen Verband wird das Jägerbataillon 413 gebildet. 2016 wird der neue Verband einsatzsatzbereit sein. „Das ist natürlich eine völlig neue Soldatenwelt“, blickt der Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41, Oberst Jürgen-Joachim von Sandrart, voraus. Rund zwei Jahre wird dieser Prozess dauern.

Natürlich hat das personelle Konsequenzen. Derzeit gehören dem Panzerbataillon rund 450 Soldatinnen und Soldaten an. Das Jägerbataillon wird 1200 Angehörige haben und mit leichterer Kampftechnik ausgestattet werden. Diese Bundeswehrangehörigen werden alle Platz in der Ferdinand von Schill Kaserne in Spechtberg haben, denn der Brigadestab zieht nach Neubrandenburg um. „Es ist nicht verkehrt, wenn der Kopf des Verbandes in ein solches Zentrum beheimatet ist und sich nicht in der Kaserne versteckt“, sagt der Brigadechef. Das Panzergrenadierbataillon 411 in Viereck bleibt von der Reform im Wesentlichen unberührt.

Für den Oberst steht fest, dass sich die Bundeswehr aus dem Standort Torgelow nicht zurückzieht. Zwei Bataillone bleiben hier, personell gibt es sogar einen Zuwachs. Fest steht auch, dass die Verbindung des Brigadestabes zur Region bleiben wird. „Und fahren muss man heute immer“, sagt der Brigadekommandeur. Selbst wenn er zu den Panzergrenadieren nach Viereck fährt, muss er ins Auto steigen.

Die Struktur selbst wird von oben nach unten vollzogen. Zuerst wird die Kommandoebene sortiert. Bereits im ersten Halbjahr 2014 steht der Umzug des Brigadestabes nach Neubrandenburg in die Tollensekaserne bevor. Der Abschluss der Maßnahme ist mit dem 30. Juni 2014 datiert. Bereits im Dezember diesen Jahres werden von der Brigade die Gebäude übernommen. Bei den Panzersoldaten hat es auch schon Veränderungen gegeben. Der Chef der dritten Kompanie ist bereits ein „Jägerkommandeur“. Die Panzer selbst werden Ende 2014 „alle vom Hof sein“. Das hat Konsequenzen für den Truppenübungsplatz Jägerbrück, der direkt neben den Kasernen liegt. Auf ihn wird nur noch mit Handfeuerwaffen geschossen. Das Gebiet wird zu einem Standortübungsplatz. In seiner Größe und seinem Umfang bleibt der Platz erhalten. Die Brigade benötigt Räume zum Üben. „Wir wollen ihn maximal nutzen“, blickt der Brigadekommandeur voraus.