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Eine scharfe Idee setzt sich durch

VonLutz StorbeckAm Anfang war es nur ein Experiment, jetzt ist es schon ein kleines Unternehmen, das nach und nach auf dem Markt Fuß fasst. Eine tolle ...

Steht auf würzige Senf-Variationen: Hermann Matthies (Mitte) lässt sich von Ilona und Harald Brenneiser beraten. Gestern war eine Gruppe von Landwirten zu Gast in der Bauernmanufaktur in Ferdinandshof. [KT_CREDIT] FOTO: L. Storbeck

VonLutz Storbeck

Am Anfang war es nur ein Experiment, jetzt ist es schon ein kleines Unternehmen, das nach und nach auf dem Markt Fuß fasst. Eine tolle Erfolgsgeschichte, über die Ilona Brenneiser von der Bauerngartenmanufaktur mitreißend erzählen kann.

Ferdinandshof.Hermann Matthies freut sich. Er hat die richtige Entscheidung getroffen, als er seine Studienfreunde nach Vorpommern eingeladen hat. Die Damen und Herren sind zwar schon ein paar Jahre nicht mehr im Berufsleben aktiv, kommen aber regelmäßig bei Seminargruppentreffen zusammen, bringen auch die Ehepartner dazu mit. Alle haben Landwirtschaft studiert. Das ist schon mehr als 40 Jahre her. Dennoch ist das Interesse an allem, was irgendwie mit der Landwirtschaft zu tun hat, nach wie vor groß.
Nun also ging es nach Vorpommern, auch nach Ferdinandshof. Denn dort wohnen Schwester und Schwager von Hermann Matthies. „Beide haben die Rindermast mit aufgebaut“, sagt Matthies. Insofern sei der Ort schon interessant.
Doch auch die Original Bauerngartenmanufaktur, die seit 2004 von Ilona und Harald Brenneiser betrieben wird, hat die Studienfreunde angezogen. Hermann Matthies musste da gar nicht viel Werbung machen. Zum einen wird er regelmäßig mit Produkten der Manufaktur versorgt – mit Chutneys, Relishes, aber besonders mit würzigen Senfkreationen aus der Manufaktur – und schwärmt davon. Zum anderen hat den Mann, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter eine Versuchsstation der Uni Halle geleitet hat, interessiert, wie eine solche Manufaktur erfolgreich den Weg auf den Markt gegangen ist und geht. Genau das ist natürlich für seine Studienfreunde ebenfalls interessant. Schließlich geht es darum, wie Produkte in der Region hergestellt, verarbeitet und dann auch erfolgreich vermarktet werden können.
Dass dabei die Qualtität im Vordergund steht, ist ganz klar, sagt Ilona Brenneiser. Sie hat der Besuchergruppe einiges aus der Unternehmensgeschichte berichtet, hat ihre Erfahrungen erläutert und auch so manchen Rezepttipp weitergegeben. Und auch die Manufaktur-Produkte angepriesen. Sehr erfolgreich, wie Hermann Matthies festgestellt hat.
„Ich bin erstaunt, wie die hier zugeschlagen haben“, sagt er, schmunzelt dabei und schaut auf die gut gefüllten Einkaufskörbchen der Frauen. Es ist kein leichter Weg, sich auf dem Markt zu behaupten, das kann Manufakturchefin Ilona Brenneiser gut an Beispielen belegen. Vor allem kommt es auf Ideen und darauf an, Neues zu probieren. Zum Beispiel mit Chutneys – würzige, oft süß-saure, aber auch nur scharf-pikante Sauce. „Zu Wurst und Grillfleisch passt das gut, gerade jetzt ist eine gute Zeit dafür“, hieß es.
Aber solche Produkte müssen eben auch bekannt gemacht werden. So sei es gut für das Geschäft, dass Busunternehmen Interessenten bis vor die Manufaktur-Tür bringen. „Wir hatten mal eine Busladung mit 84 Personen, da war es hier ganz schön eng“, erzählt Ilona Brenneiser.
Was die Vermarktung angehe, sei sie froh, dass es Beziehungen zu Edeka und Spezialitäten-Geschäften gebe. Auch der Versand der Spezialitäten übers Internet sowie der Verkauf von Präsentkörben gehören mittlerweile zum Programm.
Übrigens werden Ilona und Harald Brenneiser morgen und übermorgen nicht in der Manufaktur in Ferdinandshof, sondern in Schleswig-Holstein sein. Bei der NDR-Sommertour in Plön stellen die beiden ihre Manufaktur vor und werden vielleicht neue Geschäftsbeziehungen knüpfen können.
Eines ist fast sicher: die Besuchergruppe der ehemaligen Landwirte aus ganz Deutschland macht bestimmt viel Mundpropaganda für die Spezialitäten aus Ferdinandshof. Davon ist Hermann Matthies überzeugt.