Nach lebensgefährlicher Verletzung:

Gießerei-Mitarbeiter wieder am Arbeitsplatz

Vier Monate in einem Berliner  Krankenhaus, sieben Wochen davon im Koma: Mirko Papke wurde in der Torgelower Gießerei von einem 200 Kilo schweren Eisenteil getroffen. Wie hat er das alles weggesteckt? Und was macht er heute?

Vor einem Jahr hatte Mirko Papke den schweren Unfall – jetzt geht es ihm wieder besser, und er arbeitet wieder in der Eisengießerei.
Lutz Storbeck Vor einem Jahr hatte Mirko Papke den schweren Unfall – jetzt geht es ihm wieder besser, und er arbeitet wieder in der Eisengießerei.

Vor einem Jahr war der Torgelower bei einem Unfall in der Torgelower Eisengießerei schwer verletzt worden.  Es war am 6. Februar 2014, eine knappe halbe Stunde vor dem Ende seiner Schicht: Mirko Papke ging durch die Halle, da hat ihn „ein Eisenträger umgehauen“. Kein Wunder, so etwa 200 Kilogramm schwer war das Metallteil, das ihn zunächst an der Schulter traf und dann über seinen Körper rollte, auch den Kopf streifte. „Ich weiß nur noch, dass ich kurz zu mir gekommen bin. Ich habe aber nichts gesehen, weiß nur, dass ich etwas von meinem Bein geschoben habe“, sagt Mirko Papke.

Die Kollegen waren geschockt, haben aber schnell geholfen. Sein linkes Bein war angeschwollen. „Den Flug mit dem Rettungshubschrauber habe ich verpasst, aber dann, vor der OP hörte ich, wie gesagt wurde, ‚die Uhr müssen wir ihm abnehmen‘ und ‚Mann, ist der dreckig‘ – klar, das ist nun mal so nach einer Schicht in der Gießerei“, sagt Mirko Papke.

Den 38. Geburtstag hat er gar nicht mitbekommen

Im Berliner Unfallkrankenhaus hat der Torgelower vier Monate zubringen müssen, sieben Wochen lang lag er im Koma. Seine Frau, die sich wie auch Tochter Lucie natürlich viele Sorgen gemacht hat, kam ihn in den ersten 14 Tagen täglich besuchen.

Der Unfall hatte gravierende Folgen – es blieb nicht bei dem mächtigen Bluterguss am Bein. „Ich hatte eine Zeit lang über 40 Grad Fieber, eine Lungenentzündung, das Herz hatte Aussetzer, einen Leberschaden wegen der starken Medikamente, auch etwas an der Galle“, beschreibt der Torgelower. Er hat alles absolviert, was an Physiotherapie machbar war. Lange sitzen oder Schweres heben kann er dennoch nicht – dann kommen die Schmerzen wieder.

Mirko Papke arbeitet seit einigen Monaten wieder. In der Gießerei. An seinem alten Arbeitsplatz, als Kranfahrer. „Es stand auch gar nicht zur Debatte, ob ich da wieder anfange. Das ist mein Job, ich bin ja schon seit 2007 dabei“, sagt er. Die Arbeit macht ihm Spaß, und er hat kürzlich seinen 39. Geburtstag gefeiert. So ein bisschen vielleicht mit doppelter Freude – denn den 38., den hat er gar nicht bewusst erleben können.

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