Lokalgeschichte:

Goldene Uhr bekommt Verjüngungskur

Das Ueckermünder Stadtbild hat Markantes zu bieten. Dazu zählen auch kleinere Dinge. Wie etwa die große Uhr am Traditionsgeschäft von Uhrmachermeister Bordihn in der Ueckerstraße. Der Zeitmesser verschwindet aus der Stadt. Aber nicht für immer.

Die Uhr am Geschäft von Uhrmachermeister Wolfgang Bordihn in der Ueckermünder Ueckerstraße zeigt seit 1991 Passanten die genaue Zeit an. Nun wird der Zeitmesser überprüft und bekommt eine neue Vergoldung.
Lutz Storbeck Die Uhr am Geschäft von Uhrmachermeister Wolfgang Bordihn in der Ueckermünder Ueckerstraße zeigt seit 1991 Passanten die genaue Zeit an. Nun wird der Zeitmesser überprüft und bekommt eine neue Vergoldung.

Die meisten tun es wohl unbewusst, andere schauen ganz gezielt nach der großen Uhr, die bei Uhrmachermeister Wolfgang Bordihn draußen an der Hausfassade in der Ueckerstraße Passanten stets die richtige Zeit anzeigt. Doch in den kommenden Wochen müssen die Ueckermünder und ihre Gäste auf diesen Anblick verzichten. Denn der Zeitmesser, der die Form einer riesigen goldenen Taschenuhr hat, wird beim Hersteller gründlich untersucht. Wäre es nur das Innenleben der Uhr, dann würde Wolfgang Bordihn da schon selbst zum Werkzeug greifen. So aber geht die Uhr auf eine weite Reise. "Es geht vor allem um das Gehäuse, da soll neues Blattgold drauf", erklärt der Ueckermünder Uhrmachermeister und zeigt auf die Stellen am Gehäuse, an denen Wind und Wetter ihre Spuren hinterlassen haben.

Am Sonnabend soll die Uhr abmontiert werden, sorgfältig eingepackt werden und dann nach Hoyerhagen, das liegt im Landkreis Nienburg in Niedersachsen, auf die Reise gehen. Dass die Uhr nun sozusagen generalüberholt wird, ist auch an der Zeit. "Ich hab mal die alten Unterlagen herausgesucht - seit 1991 habe ich die Uhr", gibt der Uhrmachermeister Auskunft. Nach mehr als  20 Jahren soll der Zeitmesser also ganz genau auf Herz und Nieren überprüft werden. Die vor dieser Zeit benutzte Uhr sei noch eine mechanische gewesen. Sie wurde abgebaut und genießt nun ihren Ruhestand im Depot.

In fünf, sechs Wochen wieder zurück

Mit der Uhr sei er stets zufrieden gewesen. Der funkferngesteuerte Zeitmesser hat seine Aufgaben klaglos und zuverlässig erledigt, hat den Passanten die genaue Zeit angezeigt und wohl auch so manches Betrachterauge erfreut. Zwischenzeitlich, erinnert sich Wolfgang Bordihn, gab es mal einen durch Wettereinfluss verursachten Schaden, der aber umgehend behoben worden ist.

In fünf, sechs Wochen soll der vergoldete Zeitmesser wieder die Fassade des Uhrmachergeschäftes in der Ueckerstraße zieren und über die aktuelle Zeit Auskunft geben, sagt der Uhrmachermeister.