Bürgermeisterin von Ahlbeck wirft das Handtuch:

Hat ihr Rücktritt mit dem Multiplen Haus zu tun?

Noch sieht es recht abenteuerlich aus, das Fachwerkhaus neben dem Ahlbecker Friedhof. Ein Multiples Haus soll es werden, und eigentlich war der Baubeginn schon für dieses Jahr eingeplant. Doch bislang ist noch nichts passiert. Nun der Rücktritt der Bürgermeisterin.

Aus dem alten Ahlbecker Fachwerkgebäude soll das Multiple Haus werden. Bürgermeisterin Angela Zeisler hat sich dafür stark gemacht.
Lutz Storbeck Aus dem alten Ahlbecker Fachwerkgebäude soll das Multiple Haus werden. Bürgermeisterin Angela Zeisler hat sich dafür stark gemacht.

Angela Zeisler, die seit reichlich sechs Jahren als Bürgermeisterin von Ahlbeck die Geschicke der Gemeinde geleitet hat, hat das Handtuch geworfen. Ganz offiziell hieß es in den Schreiben, die ans zuständige Amt in Eggesin und an den ersten Stellvertretenden Bürgermeister, Jürgen Schade, gingen, dass dieser Schritt aus gesundheitlichen Gründen erfolge. „Vorher hatte ich den Krankenschein bekommen, dann das Schreiben“, sagt Jürgen Schade.

Vize-Bürgermeister hält sich aus Spekulationen raus

Er und viele andere Ahlbecker bedauern den Rücktritt sehr, denn die Bürgermeisterin hatte sich sehr in und für die Gemeinde engagiert. „Sie ist ja hier geboren, ist mit dem Ort verbunden, kennt viele Leute, hat zu den Ahlbeckern einen guten Kontakt“, beschreibt der Vize-Bürgermeister. Was nun im Einzelnen zu dem Rücktritt geführt hat, darüber wollte er nicht spekulieren. Auf jeden Fall wird Jürgen Schade die Amtsgeschäfte bis zum Mai 2014 führen. Dann finden die Kommunalwahlen statt, nach denen auch ein neues Gemeindeoberhaupt gewählt wird.

Von anderer Seite hieß es, dass der Rücktritt mit dem Multiplen Haus zusammenhängen könnte, das im Dorf geplant ist. Dafür hat sich Angela Zeisler stark gemacht, dafür hat sie sich engagiert – und viele andere im Ort auch. „Schließlich geht es darum, den älteren Einwohnern künftig Erleichterungen zu schaffen“, sagt zum Beispiel Jürgen Schade. Von einer fliegenden Arztpraxis ist die Rede, die in mehreren Dörfern im Zusammenwirken mit dem HaffNet, einer Vereinigung von Ärzten aus der Region, auf den Weg gebracht werden soll.

Die Gerüchteküche brodelt

Nun gab es Gerüchte, wonach das Projekt ins Stocken geriet, weil angeblich die Kirche dem entsprechenden Bauantrag nur zögerlich ihre Zustimmung erteilt hat. Das stimmt aber nicht, wie Pfarrer Kai Becker sagt. Mitte Juli habe er den Bauantrag und ein entsprechendes Formular erhalten, am 8. August die Papiere an das Pommersche Evangelische Kirchenkreisamt weitergeleitet. Dort sei der Antrag von der zuständigen Stelle umgehend bearbeitet und an das zuständige Bauamt weitergeleitet worden, sagt Pfarrer Becker . „Insofern gab es von unserer Seite keine Verzögerung“, betont der Pfarrer. Es gab allerdings ganz offenbar unschöne Auseinandersetzungen zwischen politischer Gemeinde und Kirchengemeinde – mehr wollte der Pfarrer nicht sagen –, aber diese Unstimmigkeiten seien mittlerweile ausgeräumt.

War die Belastung zu groß?

Vielleicht haben diese Auseinandersetzungen die Bürgermeisterin so stark belastet, dass sie die Notbremse gezogen hat. „Auf jeden Fall bedauere ich sehr, dass sie zurückgetreten ist, ich bin mit ihr persönlich gut ausgekommen“, sagt Pfarrer Kai Becker.

Dennoch soll es weitergehen mit dem Multiplen Haus. Und das wird es auch. „Zum Glück bekommen wir das Geld nun aber trotzdem, es sind um die 116 000 Euro, und ich bin ganz sicher, dass es im Frühjahr losgehen kann“, sagt Schade. Er geht davon aus, dass die Mehrheit der Gemeindevertreter nach wie vor zu dem Vorhaben steht. Immerhin haben Altwarp, Rieth und Hintersee schon kräftig vorgelegt, in Altwarp ist das Haus bereits fertig. Bei den anderen Häusern geht es ebenfalls deutlich vorwärts, und was diese Gemeinden geschafft haben, das sollte auch in Ahlbeck möglich sein. Übrigens wird Angela Zeisler das Vorhaben weiter begleiten – als Planerin, und so, sagt Schade, wird das Projekt Multiples Haus in Ahlbeck bestimmt zu einem guten Ende gebracht.

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