Schluderei beim Landwirtschaftsminister:

Bauern müssen wegen Daten-Panne Geld zurückzahlen

Datenpanne. Unerklärlich. Schon wieder. Im Landwirtschaftsministerium hat man sich binnen weniger Tage zwei Mal blamiert. Diesmal wurden den Landwirten zwei Millionen Euro zu viel überwiesen. Monate später will man das Geld nun zurück.

Abrakadabra: Im Ministerium von Till Backhaus sind mehr als 11.000 Datensätze verloren gegangen. Das sollen jetzt die Landwirte ausbaden.
Jens Büttner Abrakadabra: Im Ministerium von Till Backhaus sind mehr als 11.000 Datensätze verloren gegangen. Das sollen jetzt die Landwirte ausbaden.

Erst hatte man Überweisungen an Landwirte nicht rechtzeitig angewiesen. Nun kommt die nächste Panne im Landwirtschaftsministerium ans Licht. Zahlreiche Landwirte bekamen in den vergangenen Tagen Post aus Schwerin. Kern des Schreibens: Eine Rückforderung von Geldern. Denn im Haus von Minister Till Backhaus (SPD) habe man Zuschüsse falsch berechnet.

Das Ministerium betont, dass es sich ja prozentual nur um einen ganz kleinen Fehler handle. Der beruht aber auf einer Riesen-Panne. Mehr als 11.000 Datensätze von Landwirten sind offenbar verloren gegangen. Deshalb wurde falsch berechnet, wer am Ende wie viel Geld bekommt. Wie das passieren konnte: Selbst im Schreiben an die Landwirte ist von einem "bisher nicht nachvollziehbarem Datenfehler" die Rede.

Es geht um über zwei Millionen Euro

Die sogenannte Basisprämie für Landwirte wird pro bewirtschaftetem Hektar ausgezahlt. Der Fehler scheint auf den ersten Blick tatsächlich überschaubar. 2,44 Euro pro Hektar. Doch bei Betrieben mit großen Flächen kommt da ganz schön was zusammen. Und insgesamt geht es im Land um mehr als zwei Millionen Euro, die zu viel gezahlt wurden.

Die fordert das Ministerium nun zurück - rund sechs Monate nachdem die Gelder für 2015 bewilligt und ausgezahlt wurden. "Das Land ist seitens der EU dazu verpflichtet, das Geld wieder einzuziehen. Andernfalls drohen Strafzahlungen durch die Europäische Kommission", so Ministeriumssprecherin Eva Klaußner-Ziebarth.

Unter den Landwirten ist die Wut groß. Und politisch springt ihnen jetzt die Junge Union bei. "Bei wichtigen Betriebsentscheidungen wird sich auf die berechnete Höhe der Zahlungen verlassen", so der Landesvorsitzende Franz-Robert Liskow. Statt die Bauern für den Fehler der Ministeriums zu bestrafen, fordert er plakativ: "Einen Taschenrechner für Till Backhaus."

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Kommentare (2)

Landwirte sind ja wohl hoffentlich nicht nur Bauern, sondern auch Betriebswirte. Also sollten sie wissen, wieviele Hektar sie bewirtschaften. Auch Multiplikation sollten sie beherrschen. Kein Grund zu Verwunderung und Empörung über Überzahlung und Rückforderung. Auch Landwirte (und Zeitungsredakteure) machen Fehler.

Daß der Herr Minister ein Windbeutel ist, ist ja wohl nichts Neues. Aber was für Mitarbeiter hat er? Welche Qualifikation haben die Beamten in seinem Ministerium? Die Arbeit wird ja vom Fußvolk erledigt, und da hapert es wohl gewaltig. Die Ausrede beim nichtausgezahlten EU-Geld, man habe Schwierigkeiten mit der EDV, zieht nicht. Solange ein System nicht fehlerfrei und stabil läuft, wird mit dem vorhandenen System weitergearbeitet. Jeder Verwaltungsleiter sollte das wissen ;=(