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Hier erhält man auf alle Fälle einen Job

Etwa die Hälfte aller Biogasanlagen bundesweit wird nicht fachgerecht betreut. Doch jetzt sind bei uns die ersten zertifizierten Servicetechniker mit ihrer Weiterbildung durch – und sind in ganz Deutschland heiß begehrt. Ein Job ist jedenfalls garantiert.

Erfolgreich und auch mit beruflicher Perspektive: 17 Männer aus der Uecker-Randow-Region haben die Weiterbildung zum Servicemechaniker für Biogasanlagen erfolgreich gemeistert und sind zum Teil schon in festen Jobs tätig.
Lutz Storbeck Erfolgreich und auch mit beruflicher Perspektive: 17 Männer aus der Uecker-Randow-Region haben die Weiterbildung zum Servicemechaniker für Biogasanlagen erfolgreich gemeistert und sind zum Teil schon in festen Jobs tätig.

Es gab viel Unkenrufe. Es gab einige Widerstände. Es gab Zweifler. Und jetzt gibt es das: die ersten 17 Männer, die in Deutschland in knapp acht Monaten zu Servicetechnikern für Biogasanlagen weitergebildet worden sind. Und dafür sogar Zertifikate in den Händen halten. Aber nicht nur das – ein Dutzend hat bereits einen Arbeitsvertrag in der Hand. Ein absolutes Novum in Vorpommern. Einige Männer arbeiten also bereits und mussten sich gestern zur Zeugnisübergabe regelrecht freischaufeln. Der Rest der Truppe, da sind sich alle sicher, wird nicht lange auf eine Anstellung warten müssen.

Bernd Heiden, der Chef des Bildungsträgers Agentur der Wirtschaft, der die Weiterbildung beim BFZ in Torgelow mit eingerührt hat, kann das mit zwei Zahlen belegen: etwa 7000 Biogasanlagen gibt es bundesweit und etwa 3000 davon seien unsicher oder schlecht betreut. Bislang jedenfalls, und das soll sich ändern. Jetzt gibt es diese 17, es sollen aber mehr werden, denn ein weiterer Lehrgang wird folgen, kündigte Heiden an. Er hofft, dass dann auch die Zusammenarbeit mit Arbeitsagentur und Jobcenter so gut läuft wie bei diesem Lehrgang.

Betreut worden sind die 17 von Lehrgangsleiter Michael Illig. Der hat schon so manchen Lehrgang geleitet. „Aber der hier – das war der beste in den vergangenen zehn Jahren“, resümierte Illig.

"Die Techniker werden gut bezahlt"

Dass es mit den Anstellungen geklappt hat, freut die Männer. Unter anderem Olaf Runge. Der 54-Jährige hat zwar ein Studium als Diplom-Ingenieur beendet. Doch das ist schon Jahre her. Der Lehrgang hat ihm einiges deutlicher gemacht und auch ganz neues Wissen vermittelt. Und es eröffnet den Männern eine neue Perspektive – nach Jahren ohne Arbeit oder mit schlecht bezahlter. Für ihre neuen Jobs müssen die Servicetechniker nicht unbedingt weite Wege in Kauf nehmen. Die Anlagen, in denen sie arbeiten, stehen in Penkun, bei Ferdinandshof, in Dersewitz bei Anklam oder beim Gut Borken.

Die Techniker werden vergleichsweise gut bezahlt, hieß es. Agentur-Chef Heiden weiß auch, warum. Denn die Landwirte haben zwar in die Biogasanlagen investiert – aber wie so ein kompliziertes System zu warten und zu pflegen ist, das ist nicht in jedem Fall bekannt. Soll sich die Investition also lohnen, dann müssen die Anlagenvon Fachleuten betreut werden. Daran gibt es keine Zweifel, und die Unkenrufe, ob denn so eine Weiterbildung sinnvoll sei, werden vermutlich nun auch verstummen.