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Hier wächst ein Gigant unter dem Storchenbaum

Rudi Hamann hat die Kisten schräg ans Fenster gestellt. Die großen Scheiben lassen jeden Sonnenstrahl durch. Zusätzlich wird der Partyraum beheizt, wenn ...

Im Ortsteil Demnitz der Gemeinde Altwigshagen wächst der Riesenkürbis im Schatten des Storchenmastes. Aufgestellt haben die Nistmöglichkeit Dietlinde Fenski und Rudi Hamann. Wenn es um Kinder geht, dann soll der Storch ja Glück bringen... Im Gartenanbau hat das mit dem Storch und dem Glück aber noch keiner ausprobiert.  FOTO: R. Marten

Rudi Hamann hat die Kisten schräg ans Fenster gestellt. Die großen Scheiben lassen jeden Sonnenstrahl durch. Zusätzlich wird der Partyraum beheizt, wenn die Nachrichten kältere Nächte verkünden. „Sehen sie nicht gut aus?“ fragt der Demnitzer und zeigt auf die Saatkisten, die eigentlich dem Gemüsetransport vorbehalten sind. Ja, sie sehen schon gut aus!
Vor zweieinhalb Wochen haben Rudi Hamann und Dietlinde Fenski die Riesenkürbissorte „Altantic Giant“ in die Saaterde gelegt; jetzt haben die Pflanzen das Zweiblattstadium erreicht. „Auspflanzen wollen wir aber erst nach dem 10. oder 12. Mai – das Wetter entscheidet,“ sagt Rudi Hamann. An der Südseite des Hofes, geschützt von einer Hecke, hat der Demnitzer bereits die Pflanzflächen vorbereitet. Der Boden ist voller Humus, tendiert aber auch in Richtung Sand. Rudi Hamann weiß das und will kräftig wässern.
„Kürbisse bauen wir etwa seit drei Jahren an und ernten 200 Früchte und mehr. Hokkaido ist sehr gefragt, der Mini Red Turban ebenfalls.“ „Atlantic Giant“ hat sich das Paar extra für den Wettbewerb besorgt; nur diese Sorte wird vorgezogen. Die Saat aller anderen Sorten kommt Mitte Mai direkt in den Boden. Ein Teil der Ernte wird nach Helmstedt zur Nichte gebracht. Dort wird ein Kürbisfest ausgerichtet. Weitere Früchte werden verschenkt. „Es geht um den Spaß an der Sache“, sagt Rudi Hamann. Mehr habe er nicht im Blick. Denn der Garten, die Beschäftigung im Freien, das sei nun einmal sein Hobby.
Das ganze Treiben auf dem Hof beobachten in diesem Jahr Glücksbringer – Störche. Im März des vergangenen Jahres stellte das Paar auf dem Grundstück einen Pfahl für ein Storchennest auf. Das Nest wurde natürlich komplett vorgefertigt. Schon im vergangenen Jahr begutachteten die Rotschnäbel das Wohnungsangebot. In diesem Jahr mietete sich ein Pärchen ein. „Der erste Storch traf am 10. April ein, war dann aber wieder verschwunden. Am 12. April und am 16. April schauten dann wieder Störche vorbei – und verschwanden. Seit dem 21. April ist dieses Pärchen hier und brütet seit dem 25. April fest. Das alles hat Dietlinde Fenski im Storchenbuch notiert.
Alles, was in den kommenden Wochen passiert, passiert unter dem Blick der Glücksbringer. Da muss der „Atlantic Giant“ gelingen.