Zweiter Bildungsweg:

In der Pflege liegt Vorpommerns Chance

Weil unsere Gesellschaft immer älter wird, haben Pflegeberufe Zukunft. Neun Umschüler in Torgelow nutzen die Chance, beruflich neu Fuß zu fassen. Ein Spaziergang ist dieser Weg aber ganz bestimmt nicht.

Füttern, waschen, windeln: der Beruf des Altenpflegers verlangt den Mitarbeitern eine Menge ab. Seit Oktober werden auch in der Uecker-Randow-Region Pflegefachkräfte ausgebildet.
Mascha Brichta Füttern, waschen, windeln: der Beruf des Altenpflegers verlangt den Mitarbeitern eine Menge ab. Seit Oktober werden auch in der Uecker-Randow-Region Pflegefachkräfte ausgebildet.

Im Oktober hat die erste Klasse an der neuen Pflegeschule in Torgelow ihre dreijährige Ausbildung begonnen. Sieben Frauen und zwei Männer, die bis dahin arbeitslos waren, sind beim BFZ in die Altenpfleger-Ausbildung eingestiegen. Gemeldet und nachgefragt haben etwa 100 Leute, sagt Maria Pfleghaar. Sie leitet die neue Pflegeschule. Das Interesse ist also groß. Doch wer den Altenpflegerberuf auf dem zweiten Bildungsweg erlernen will, muss einige Voraussetzungen erfüllen: Schulabschlüsse und gesundheitliche Eignung sind das eine, die Finanzierung das andere. Die muss gesichert sein. Die reinen Schulkosten für den dreijährigen Kurs belaufen sich auf etwa 8600 Euro. Alle neun Umschüler finanzieren das mit einem Bildungsgutschein des Arbeitsamtes. „Ich empfehle außerdem jedem, sich vorher selbst ein reales Bild vom Altenpflegeberuf zu machen, am besten mit zwei Wochen Praktikum im Pflegeheim. Dann weiß man, ob das das Richtige ist“, sagt Maria Pfleghaar. Zur dreijährigen Ausbildung gehört ohnehin ein umfangreicher Praxisteil im Pflegeheim, in der ambulanten Pflege im Krankenhaus und in der Gerontopsychiatrie. Zurzeit arbeiten die Umschüler in Pflegeheimen und werden dort von Praxisanleitern betreut.

Pflegefachkräfte in den Heimen können sich in einer 200 Stunden umfassenden Qualifizierung übrigens zu solchen Praxisanleitern ausbilden lassen. Auch diese Qualifizierung ist in der neuen Torgelower Pflegeschule möglich. Der neue Kurs beginnt am 13. Januar, kündigte Maria Pfleghaar an. Künftig werden sich dort auch Hy-gienefachkräfte, Pflegedienstleiter und Beauftragte für Qualitätsmanagement fortbilden können. Pfleghaar ist sich sicher: In der Region gibt es in der Altenpflege genug zu tun. Landesweit werden in den nächsten sechs Jahren 6000 Pflegekräfte fehlen. Ein schwerer Beruf, den man nicht mit Illusionen angehen sollte, außerdem immer noch schlecht bezahlt, bestätigt Pfleghaar. Aber gerade in diesem Bereich wird sich noch viel bewegen. Anmeldungen zum Praxisanleiterkurs ab 6. Januar sind unter 03976 203586 möglich.

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