Spendenaktion:

Ist das gut, wenn Schüler betteln?

Sie sprachen Leute auf der Straße an, baten in Geschäften um Spenden: Schüler, die Geld für eine tolle Abschlussparty zusammenbekommen wollten. Die Reaktionen sind unterschiedlich.

Das sind die drei Schüler aus der 10a, über die wir vor kurzem in unserer Zeitung berichtet haben: Justin Teske, Felix Krause und Desideria Konstantin. Sie waren in der Altstadt unterwegs, um Spenden für ihre Abschlussfeier zu sammeln.
Simone Weirauch Das sind die drei Schüler aus der 10a, über die wir vor kurzem in unserer Zeitung berichtet haben: Justin Teske, Felix Krause und Desideria Konstantin. Sie waren in der Altstadt unterwegs, um Spenden für ihre Abschlussfeier zu sammeln.

Haste mal ’ne Mark? Solche Schnorrer-Sprüche ziehen in Vorpommern nicht. Die Zeiten, als das Geld noch locker saß, sind ohnehin lange vorbei. Wer heute einen Euro in der Tasche hat, hält sie zu. Sollte man jedenfalls denken angesichts dessen, dass hierzulande jeder Fünfte unterhalb der Armutsgrenze lebt.

Doch offenbar gehören die Vorpommern keineswegs zu den Knauserigsten. Sie helfen gern. Rief doch vor ein paar Tagen eine Rentnerin aus Torgelow in unserer Redaktion an und erkundigte sich nach den Schülern der Klasse 10a aus der Regionalen Schule Ueckermünde: Justine, Felix und Desideria. Die drei haben Spenden für die Abschlussfeier ihrer Klasse im Juli 2016 gesammelt. „Mir gefallen diese jungen Leute, und ich möchte gern ein bisschen Geld dazugeben“, sagte die Dame. Ob denn zehn Euro angemessen wären, wollte sie wissen. Die Torgelowerin lebt von monatlich 500 Euro Rente.

Mit Kuchenverkauf ging es los

Als die Schülerinnen aus der 10a davon erfahren, leuchten ihre Gesichter. Denn: Ihre Abschlussfeier ist ihnen sehr wichtig. Im Juli wollen 25 Schüler der Klasse 10a und sechs Schüler der Klasse 9+ im Haus an der Schleuse mit Lehrern und Eltern feiern. Das kostet Geld, und in den Familienkassen sieht es nicht üppig aus. Der Elternrat hat die Mädchen und Jungen darum aufgefordert, selbst etwas zu unternehmen, damit das Fest bezahlt werden kann. Mit Kuchenverkauf in der Stadt hat es angefangen, jetzt ziehen die Schüler von Laden zu Laden und bitten um eine Spende. Inzwischen sind durch Spenden schon 80 Euro fürs Klassenkonto zusammengekommen.

Es gibt aber auch andere Meinungen zur Aktion der Schüler. So schreibt Manfred Quägber aus Ueckermünde, die Spendenbereitschaft der Leute werde ausgenutzt. Die Schüler sollten lieber das Geld für Zigaretten sparen und weniger telefonieren. Oder Regale im Supermarkt einräumen. Und er zitiert aus Goethes Schatzgräber: „Tagesarbeit, abends Gäste! Saure Wochen, frohe Feste!“ Aber das erwartet die Schulabgänger noch früh genug. 

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Kommentare (1)

was spricht dagegen wenn die schüler altpapier sammeln? es ist zwar nicht so erträglich wie betteln aber dient einem nützlichen zweck in doppelter hinsicht, wiederverwendung und einen beiotrag in die kasse. rauchen aufhören und weniger telefonieren sind auch gute alternativen für die aufbegehrenden staatsbürger.