Mysteriöser Bau im Wald:

Ist die Höhle nur ein Kindertraum?

In einem abgelegenen Waldstück zwischen Ueckermünde und Lübs wurde eine mysteriöse Erdhöhle entdeckt. „Wie aus einem Horrorfilm“, schilderten Jugendliche ihren Fund. Jetzt steht nach Aussagen der Polizei fest: Keine Gefahr für Anwohner!

Die mysteriöse Erdhöhle im Wald hat jemand gebaut, der etwas davon versteht, meint die Polizei. Weitere Ermittlungen zu dem Fall wird es wohl aber nicht geben,
Christopher Niemann Die mysteriöse Erdhöhle im Wald hat jemand gebaut, der etwas davon versteht, meint die Polizei. Weitere Ermittlungen zu dem Fall wird es wohl aber nicht geben,

Gerade erst wurde die mysteriöse Höhle entdeckt, da wird die Akte schon wieder geschlossen – und nicht nur sie. Viele Fragen standen im Raum: Ist es eine Diebeshöhle, von der aus bald Raubzüge in die Umgebung stattfinden? Oder hat sich ein Obdachloser hier ein Dach über dem Kopf besorgt? Könnte sich gar eine gruselige Sekte hier treffen? Polizei-Pressesprecher Axel Falkenberg sagt, dass sich nichts dergleichen bestätigen lässt. Es gebe keine weiteren Ermittlungsansätze, sodass die Ermittlungen in Kürze beendet werden müssten. Nach derzeitigem Stand geht keinerlei Gefahr von der Höhle für Anwohner des Waldstückes aus. Falkenberg sieht die Situation ähnlich wie der Revierförster Eckhard Höppner, der dem Nordkurier gegenüber bestätigte, dass es öfter zu solchen Bauten kommt. Jugendliche hätten sich früher noch viel öfter solche Bunker gebaut.

Das muss wohl eine Spezialität der Jugendlichen am Haff sein, denn im Forst der Uni Greifswald kennt man solche unterirdischen Hobbithäuser nicht. „Es kommt zwar mal vor, dass Kinder sich aus Ästen kleine Tipis und Behausungen bauen, aber eine Höhle gibt es hier nicht.“ Da ist sich der zuständige Förster Dieter Bürgel sicher.

Der Erbauer kannte sich aus

Polizeisprecher Falkenberg vermutet, dass sich jemand einen Kindheitstraum erfüllte, der was von seinem Handwerk versteht: „Der Erbauer hat schon gewusst, was er da macht!“ Die Höhle sei so verschalt, dass sie nicht sofort einstürzen würde und der Ofen hatte einen Kamin. Der Rauch wurde abgeführt, sodass bei Betrieb keine Gefahr bestand, eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zu erleiden. Der Polizeisprecher bringt der Baukunst des unbekannten Architekten durchaus ein bisschen Bewunderung entgegen, aber: „Man will sich jedoch nicht ausmalen, was da bei einem Waldbrand hätte passieren können. Dann Gute Nacht!“ In Kürze wird deshalb nicht nur die Akte geschlossen, sondern auch die mysteriöse Höhle im Wald zurückgebaut.

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