Einbruch in Spielothek:

Kamen die Einbrecher mit dem Besen zum Tatort?

Dreiste Langfinger haben sich in Ueckermünde die Nächte um die Ohren geschlagen, um zweimal hintereinander in ein Spielkasino einzubrechen. Sie waren offenbar auf den Tresor aus. Fehlende Fußstapfen werfen eine Menge Fragen auf.

Die Mitarbeiterin des Casinos, Heidi Illenseer, zeigt den Platz, an dem der Safe stand. Davor war ein Vorhang.
Ann-Kristin Hanell Die Mitarbeiterin des Casinos, Heidi Illenseer, zeigt den Platz, an dem der Safe stand. Davor war ein Vorhang.

Petra Manthey sitzt mit ihrer Kollegin an einem Tisch. Vor ihr eine Tasse Kaffee. Sie ist müde, denn sie hat zwei Nächte lang nicht geschlafen. Der Grund: Zwei Einbrüche in zwei Nächten. Direkt hintereinander! Der Tatort: Ihr Arbeitsplatz, das Spielcasino in der Ueckermünder Hospitalstraße. Die Nervosität ist Petra Manthey anzumerken. Sie arbeitet seit 13 Jahren in diesem Spielcasino und noch nie sei Derartiges passiert, sagt sie. Das Hinterhältige an Einbrüchen ist, dass die Kriminellen den Opfern nicht nur Gegenstände nehmen, sondern auch die gefühlte Sicherheit. Ein Ort fühlt sich plötzlich ganz anders an, wenn ungebetene Gäste da waren.

Täter hatten den Tresor im Auge

Es könnten mehrere Täter gewesen sein. Sie hebelten zunächst in der Nacht zum Mittwoch das Fenster zur Küche des Spielcasinos auf. Vorher räumten sie noch die Blumenkübel von der Fensterbank. Die Einbrecher kundschafteten das Spielcasino aus und räumten die Getränkekasse leer, aber viel Geld lag nicht darin. 50 Euro. Doch hätten sie gar nichts mitgenommen, wäre vielleicht aufgeflogen, dass sie eigentlich etwas ganz anderes im Auge hatten: den Tresor. Bis jetzt sind es Mutmaßungen, aber vielleicht kamen die Täter in der nächsten Nacht besser vorbereitet zum Tatort. Sie stiegen wieder durch das Küchenfenster. Wieder um drei Uhr in der Nacht. Vielleicht hatten sie diesmal ja eine Sackkarre dabei, um den 50 Kilo schweren Geldschrank zu transportieren. Darin lag ein vierstelliger Geldbetrag.

Warum waren keine Spuren im Schnee?

Leider haben die Nachbarn nichts von dem nächtlichen Einbruch mitbekommen. Kurios ist, dass die Täter keinerlei Spuren hinterließen: Keine Fingerabdrücke, nicht mal Fußabdrücke im Schnee. Haben die Täter den Schnee hinter sich gefegt, um die Fußstapfen zu verwischen? Die Tat scheint sehr durchdacht zu sein. Die Polizei ermittelt noch. Wenn Sie Hinweise auf die Täter haben oder etwas mitbekommen haben, melden sie sich bitte bei der Polizei in Ueckermünde unter der Telefonnummer: 039771 820. 

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