Nachwuchssorgen bei der Feuerwehr:

Kann dieser putzige Italiener helfen?

Nicht immer nur jammern, sondern gegen Missstände ankämpfen: Feuerwehrleute aus dem Altkreis Uecker-Randow haben darüber beraten, wie sie junge Leute für die Arbeit in der Feuerwehr begeistern könnten. Denn selbst in den Jugendwehren ist die Not inzwischen groß. Vielleicht klappt das Vorhaben ja mit Hilfe eines kleinen Rollermobils, das aus Italien kommt. Damit müssten die Kleinen doch zu locken sein.

Die italiensche Ape – mit diesem putzigen Fahrzeug, in das alle Geräte für die Brandschutzerziehung hineinpassen, können die Kameraden mit Sicherheit bei den Kindern punkten.
Christopher Niemann Die italiensche Ape – mit diesem putzigen Fahrzeug, in das alle Geräte für die Brandschutzerziehung hineinpassen, können die Kameraden mit Sicherheit bei den Kindern punkten.

Viele Feuerwehren im Landkreis klagen über extreme Personalnot. Einige sind kaum noch in der Lage, zu Einsätzen auszurücken. Vor allem werktags. Auch in vielen Jugendfeuerwehren des Landkreises fehlt es einfach an Mitgliedern. Doch was hilft das Jammern? Das Problem muss gelöst werden! Und damit haben jetzt 24 ehrenamtliche Brandschützer aus dem Altkreis Uecker-Randow bei einem Seminar in Pasewalk begonnen. Die Feuerwehrleute tauschten sich über ihre Erfahrungen in der Jugendfeuerwehr und über die Brandschutzerziehung aus. Und vor allem: Sie überlegten, wie sie jungen Leuten die Mitgliedschaft schmackhaft machen könnten.

„Brandschutzerziehung ist die Chance der Nachwuchsgewinnung“, davon ist Gerd Abeln vom Team der Brandschutzerziehung überzeugt. Er und seine Frau Doris haben sich schon eine Menge einfallen lassen, wie sie Kinder begeistern können. Beispielsweise eine Methode, den Lütten spielerisch die Notrufnummer 1-1-2 beizubringen. Das ideale Alter, um mit der Brandschutzerziehung anzufangen, liege zwischen sieben und acht Jahren. „Kinder sind sehr leicht beeinflussbar, man kann mit ihnen gut umgehen“, erklärte Doris Abeln. „Wir sprechen mit ihnen auf Augenhöhe“, sagte sie weiter. Teilweise geht das Team der Brandschutzerziehung auch mit einem echten Feuerwehrmann – in voller Montur und mit Atemschutzgerät – in die Kindereinrichtungen, um den Kleinen die Angst zu nehmen und sie neugierig zu machen.

Franz-Michael Bittner vom Brandschutzteam Gützkow zeigte am sogenannten „Fire-Trainer“, wie ein Feuerlöscher richtig bedient wird und was beim Löschen zu beachten ist. Mit diesem vom TÜV geprüften Gerät ziehen er und seine Kollegen von Kindereinrichtung zu Kindereinrichtung. Aber auch auf Veranstaltungen der Brandschützer kommt der „Fire-Trainer“  zum Einsatz.

Das Simulationsgerät und andere Lehrmittel werden übrigens auf einer italienischen Ape transportiert. Das ist ein putziger Kleintransporter mit drei Rädern, mit dem das Gützkower Team Kitas und Schulen ansteuert. Und wer bezahlt das alles? Das Projekt lebt von Sponsoren. Doch interessierte Städte und Gemeinden, die Ähnliches auf die Beine stellen wollen, haben Hilfe: Sponsorensuche, das Drucken von Broschüren, die Bestückung des Fahrzeuges und sogar die Lieferung der Ape erledigt das Brandschutzteam. Die Feuerwehr bekommt alles kostenlos zur Verfügung gestellt.

Vielleicht hat die eine oder andere Feuerwehr jetzt „Blut geleckt“ und baut ebenfalls ein Team auf, das in Kindereinrichtungen für die Feuerwehr wirbt und sich um Nachwuchs bemüht. Sollte sich so ein Team gründen - wir berichten!

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Kommentare (1)

"Viele Feuerwehren im Landkreis klagen über extreme Personalnot. Einige sind kaum noch in der Lage, zu Einsätzen auszurücken. Vor allem werktags. Auch in vielen Jugendfeuerwehren des Landkreises fehlt es einfach an Mitgliedern. Doch was hilft das Jammern? Das Problem muss gelöst werden!" ... Ich kann diese Behauptungen leider überhaupt nicht nachvollziehen. Ich kenne Wehren, die Aufnahmeanträge von fähigen, erfahrenen, engagierten und hochmotivierten Leuten einfach so ablehnen. Und das ohne die Leute auch nur ein einziges Mal gesehen und ein einziges Wort mit ihnen gesprochen zu haben. So groß kann die Not offensichtlich doch gar nicht sein... Oder sind das bedauerliche Einzelfälle? An die Redaktion: Ich weiß nicht, ob es überhaupt jemanden interessiert. Aber ich hätte dazu eine kleine Geschichte zu erzählen. Wenn Interesse besteht, schreibt mich einfach an. Meine E-Mail-Adresse ist hinterlegt.