Probleme mit Kreis-Wappen:

Kein Strich, wo einer sein soll?

Vorpommern-Greifswald will sich eine Identität geben. Das funktioniert am besten mit einem Wappen. Doch leider macht es dem Kreis einen Strich durch die Rechnung – wortwörtlich.

Strich oder keiner? Genau diese Frage wird im Landkreis heiß diskutiert.
Nordkurier Strich oder keiner? Genau diese Frage wird im Landkreis heiß diskutiert.

Sie müssen jetzt ganz stark sein. Der Landkreis hat einen neuen Streitpunkt. Es geht nur um einen einfachen Strich, ein diagonaler, auf einem Wappen. Die Fachmänner streiten, ob der Strich sein muss oder nicht. Auf einem Wappen-Vorschlag für den Landkreis Vorpommern-Greifswald fehlt dieser Strich.

Bei der jüngsten Sitzung des Kreistages wurde die Entscheidung über das Wappen verschoben. Drei Entwürfe lagen vor, einer davon ist schuld an der Verschiebung.

Silber stößt auf Gold - und einigen damit ziemlich auf

Entwurf Nummer drei zeigt einen von Silber und Gold geteilten Schild mit einem aufgerichteten, golden bewehrten roten Greif. Hier fehlt der besagte Strich, sodass Metall auf Metall stößt und Silber auf Gold. Das soll laut dem Pommerschen Landesarchiv nicht den heraldischen Grundsätzen an ein Wappen entsprechen, ließ Kerstin Ring, Referentin der Landrätin wissen. Die Heraldik ist die Wappenkunst.

Uwe Rodig vom Pommerschen Landesarchiv ist Heraldiker. Er hatte sich die drei Wappenvorschläge bereits vor gut drei Wochen in einem Vorabgutachten angesehen und um weitere Bedenk- und Prüfzeit gebeten. Selbst der Fachmann kann nicht genau erklären, was an dem fehlenden Strich falsch sein soll. Auch das Innenministerium um Minister Lorenz Caffier (CDU) mischte sich in die Sache ein und empfahl vor der jüngsten Kreistagssitzung, nicht über den Antrag abzustimmen.

Wappen kann vom Innenministerium abgelehnt werden

„Gelöst werden sollte dieses Problem durch einen Strich oder Balken zwischen dem silber- und den goldfarbenen Elementen“, sagt Kreissprecher Achim Froitzheim. Wenn das Wappen nicht den heraldischen Anforderungen genügt, kann es vom Innenministerium abgelehnt werden. Das sei laut Froitzheim schon bei einigen sehr kreativen Vorschlägen von Gemeinden aus den Altkreisen Ostvorpommern oder Uecker-Randow vorgekommen. Nun geht es darum, potenzielle Fallstricke zu entschärfen. „Solche Genauigkeiten sind an der Tagesordnung“, sagt Froitzheim. Nur Schwerin könnte dem Kreis wieder mal einen Strich durch die Rechnung machen.

Und wozu das Ganze? Landkreise sind laut Kommunalverfassung dazu berechtigt aber nicht verpflichtet, ein Wappen zu tragen. Es symbolisiert die Hoheitsgewalt des Trägers. Laut Achim Froitzheim soll das nicht viel kosten: Für die Ausgestaltung durch einen Grafiker rechnet der Kreis mit 1500 Euro.

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