Transparenz und Mindestlohn:

Kritik an AWO in der Uecker-Randow-Region

Deutet sich ein weiterer AWO-Skandal an? Ein Kenner der Branche behauptet, dem AWO-Kreisverband Uecker-Randow fehle seit Jahren ein notwendiges Zertifikat.

AWO-Geschäftsführer Helmut Grams ist entsetzt über die Vorwürfe, die jetzt gegen den Kreisverband erhoben werden (Archivbild).
NK / Archiv AWO-Geschäftsführer Helmut Grams ist entsetzt über die Vorwürfe, die jetzt gegen den Kreisverband erhoben werden (Archivbild).

Solche skandalösen Vorgänge wie bei den AWO-Kreisverbänden Müritz und Neubrandenburg hier in der Uecker-Randow-Region? Das sei unmöglich, so etwas gibt es hier nicht, beteuern unisono AWO-Kreisgeschäftsführer Helmut Grams und Kreisverbandschef Heinz Müller.

Dennoch gibt es Zweifel, ob der in Vorbereitung befindliche Kodex gegen eine solche Selbstbedienungsmentalität ausreichend ist, sagt ein Kenner der Szene. Denn eigentlich gibt es schon seit Längerem das Rüstzeug für den Träger der freien Wohlfahrtspflege, um für Transparenz innerhalb der einzelnen Kreisverbände und auch des Landesverbandes zu sorgen.

Vorwurf: Kreisverband Uecker-Randow noch nicht zertifiziert

Die Sonderbundeskonferenz der AWO habe das nämlich schon im Jahr 2007 beschlossen. Danach sollten sich die Kreisverbände zertifizieren lassen – das so genannte AWO-Qualitätsmanagement sollte bis 2014 in allen Kreisverbänden durchgesetzt werden. Zum Teil ist diese Zertifizierung auch in MV verwirklicht worden – zum Beispiel in Güstrow. Im Kreisverband Uecker-Randow allerdings, sagt die Quelle, noch nicht.

Vorwurf: Mindestlohn noch nicht komplett umgesetzt

Ein anderes Finanzthema sei das des Mindestlohnes in den Einrichtungen des hiesigen Kreisverbandes, sagt die Quelle. Obwohl es seit 2012 den Beschluss der Landeskonferenz gibt, in allen AWO-Einrichtungen Mindestlohn zu zahlen, sei dies im Bereich Uecker-Randow bislang noch nicht komplett umgesetzt.

AWO-Kreisgeschäftsführer Helmut Grams zeigte sich angesichts dieser Aussagen entsetzt. "Kein Kommentar", ließ er wissen. Zu den einzelnen Aussagen werde er sich nicht äußern, sondern einen Anwalt einschalten, der gegen die Quelle juristisch vorgehen wird.

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Kommentare (1)

Mit etwas Nachdenken kommt man der Aufklärung näher: Die AWO will mit Hilfe eines Anwalts gegen die "Quelle" vorgehen. Ich denke, der NK wird den notwendigen Schutz der Quelle gewährleisten. Zunächst wird der Anwalt die Glaubwürdigkeit der Quelle zu erschüttern versuchen, und danach wird es eine Anzeige wegen übler Nachrede, Verleumdung gegen Unbekannt geben. Natürlich hat man bei der AWO einen Tipp für die Staatsanwaltschaft parat, wo und gegen wen sie ermitteln soll. Irgend jemand liegt immer mit irgend wem über Kreuz..... Anstelle dem Anwalt Geld, womöglich sogar aus Spenden generiertes, in den Rachen zu schmeißen, sollte Herr Grams den NK, Herrn Storbeck, in sein Dienstzimmer einladen und kurzzeitig die Tür zuschließen, Herrn Storbeck zu tiefsten Stillschweigen verpflichten und ihm die Zertifizierungsurkunde zur Einsichtnahme vorlegen. Anschließend offenbart Herr Grams die Anzahl der Mindestlohn-Empfänger und versichert, daß es keine Mitarbeiter/innen gibt, deren Arbeit niedriger als mit dem Mindestlohn vergütet wird. Danach verfaßt Herr Storbeck einen Artikel, in dem er die offenherzige Präsentation lobt und zum Ausdruck bringt, sich mit eigenen Augen von der Haltlosigkeit der Vorwürfe der Quelle überzeugt zu haben. Der Quellenschutz bleibt selbstverständlich aktiv. Das Vorgehen der AWO gegen die Quelle erinnert sehr an das Vorgehen der NSA gegen Snowden - erst die Quelle beschuldigen, sie in Mißkredit bringen, die Fakten abstreiten, dann für die Herstellung der Öffentlichkeit die Medien verdammen, die Quelle juristisch belangen wollen.......aber die Fakten sind immer noch wahr und existent.