Die Technik machts möglich:

Kulturchef klickt sich jung

Zugegeben, auch im richtigen Leben sieht Ulrich Blume, der Kulturchef von Torgelow, noch richtig frisch und knusprig aus. 56 Jahre ist er alt, aber jetzt gibt es ein wirklich unglaublich junges Foto von ihm. Naja, zumindest zur Hälfte. Auf der einen Seite ist er so gut aussehend, wie man ihn kennt, die andere Seite ist radikal verjüngt.

Ulrich Blume, der Mann mit den zwei Gesichtern. Links: wie er heute leibt und lebt, rechts: digital verjüngt. Seine 56 Jahre sieht man ihm auf beiden Seiten nicht an.
Privat Ulrich Blume, der Mann mit den zwei Gesichtern. Links: wie er heute leibt und lebt, rechts: digital verjüngt. Seine 56 Jahre sieht man ihm auf beiden Seiten nicht an.

Auch noch das kleinste Fältchen ist geglättet, jede Hautunebenheit glattgebügelt, graue Haare an Augenbrauen und im Bart verschwunden. Ist Torgelows Kulturchef Ulrich Blume über Nacht etwa eitel geworden? Natürlich nicht. Auf dem großen Foto, auf dem er den Mann mit den zwei Gesichtern gibt, will er lediglich demonstrieren, was heute mit einem normalen Ausgangsfoto und einem handelsüblichen Computerprogramm alles möglich ist. Ganz vertraut – und doch ganz anders. Der Rechner macht‘s möglich.

Wie weit die Möglichkeiten da reichen und was uns heute schon ständig als Realität untergejubelt wird, obwohl es nur aufgehübschte Daten sind, das zeigt Ulrich Blume jetzt in einer großen Ausstellung in der Villa in Torgelow. Eröffnet wird sie am Dienstag, 5. November, um 18.30 Uhr.

Interessant ist ein Besuch nicht nur für Hobbyfotografen, die sich informieren möchten, wie spektakulär sich ganz normale Bilder bearbeiten lassen. Blume spielt so gekonnt mit Effekten und setzt fantasievolle Motive so vielfältig in Szene, dass nicht nur der technische Aspekt fasziniert, sondern die Bilder auch durch ihre reine Wirkung überzeugen.

Den Untertitel „This world is pop“ hat er gewählt, weil er seine Arbeiten nicht als Kunst sieht, sondern eher als „Unterhaltung in Farbe“. Das ist sehr bescheiden von ihm, gibt ihm aber auch die Möglichkeit, ganz ungeniert im besten Sinne populär zu sein. Populär dürfte auch sein, dass der Eintritt frei ist.

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