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Landkreis gegen Windfelder in der Friedländer Wiese

Das geplante Windfeld in der Friedländer Großen Wiese wird derzeit viel diskutiert. Der Landkreis hat sich dazu schon seine Meinung gebildet.

Der Galenbecker See ist ein Kleinod in der Friedländer Großen Wiese. Für Naturfreunde wäre es eine Katastrophe, wenn dort Windparks errichtet würden.
Thomas Krause Der Galenbecker See ist ein Kleinod in der Friedländer Großen Wiese. Für Naturfreunde wäre es eine Katastrophe, wenn dort Windparks errichtet würden.

Diese Analyse dürfte den Windkraftkritikern in der Region weiteren Rückenwind geben. Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald spricht sich aus Naturschutzgründen klar gegen Windfelder in der Friedländer Großen Wiese, bei Lübs und Wilhelmsburg aus. „Wir sehen das sehr kritisch“, sagte Landkreissprecher Achim Froitzheim.

Nach Ansicht der Behörde müssen diese Windeignungsgebiete aus mehreren Gründen gestrichen werden. Die gesamte Landschaft der Friedländer Großen Wiese sei sowohl als Rast- und Überwinterungsgebiet als auch als Brutgebiet für zahlreiche Wat- und Wasservogelarten und als unzerschnittener und störungsarmer Lebensraum für Tiere mit großen Raumansprüchen von überregional hoher Bedeutung, verdeutlichte Froitzheim.

Gutachten von hoher Bedeutung

Das Plangebiet für Windenergieanlagen mitten in der Friedländer Großen Wiese, das die Gemeinde Ferdinandshof als Kompromissvorschlag  zum Lübser Windfeld favorisiert, stellt nach Ansicht der Naturschutzbehörde die schlechteste Variante dar. „Neben den schon genannten Problemen sind hier weitere gravierende artenschutzrechtliche Konflikte mit Seeadler-, Schreiadler- Kranich- und Rohrweihenbruthabitaten zu befürchten“, sagte der Sprecher.

Kenner messen dem Gutachten der unteren Naturschutzbehörde eine sehr hohe Bedeutung bei, weil sie „fachlich sehr fundiert ist“. Lydia Neugebauer, Dezernentin beim Amt für Raumordnung und Landesplanung Vorpommern, erklärte, dass alle der etwa 1000 eingegangenen Stellungnahmen und Einwände zu den Windeignungsgebieten gleich behandelt werden. „Es geht allein darum, ob sie inhaltlich relevant sind“, sagte sie.