Biogasanlage:

Lange Leitung: MELE baut Biogasanlage ein Jahr später

Die Bäume sind ab. 25 Hektar Wald nördlich von Torgelow sind gerodet. Aber was ist mit der Biogasanlage, die dort gebaut werden sollte?

Wer 25 Hektar Wald rodet, der muss schon gute Gründe haben. Die Stadt Torgelow hatte sie: Das Industriegebiet Borkenstraße mit 14 Unternehmen und 1200 Beschäftigten ist zu klein geworden. Wirtschaftsförderung steht in der Agenda der Ueckerstadt ganz obenan. Also wurde Wachstumsfläche geschaffen. Schon vor eineinhalb Jahren begann der Kahlschlag. Das brachte damals selbst die sonst so friedlichen Landes-Förster fast auf die Palme. Die Bäume sind mittlerweile gerodet, und nun?

In den nächsten Wochen rollen die Baufahrzeuge an und bauen Straßen und Versorgungsanlagen, damit das erweiterte Industriegebiet eine Anbindung an die Landesstraße hat. Die gesamte Investition für dieses erweitere Industriegebiet liegt bei 4,81 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt Torgelow mit 3,72 Millionen Euro. Dringend nötiges Geld. "Wenn jemand hier investieren will, dann will er nicht Wald und Wiese sehen. Dann muss ich ihm Straßen und erschlossene Flächen zeigen und er muss seinen Fuß auf einen fertigen Bordstein setzen können", sagt Bürgermeister Ralf Gottschalk. Die öffentliche Hand geht in Vorleistung.

Für die neue Industriefläche, die mit Hilfe der Fördermillionen aus Schwerin vorbereitet wird, gibt es schon Interessenten. MELE-Biogas baut für einen Investoren eine Biogasanlage. Diese Anlage sollte eigentlich schon in diesem Jahr in Betrieb gehen und 3,5 Megawatt Strom produzieren. Die bundespolitischen Debatten um das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat das Engagement der Investoren offenbar gebremst.

MELE-Geschäftsführer Dietrich Lehmann bestätigt das. "Aber jetzt ist alles vertraglich gesichert, wir haben sozusagen den Bau nur um ein Jahr verschoben." Die Gaseinspeisegenehmigung liegt vor, die Baugenehmigung ist beantragt. Die Anlage soll nicht mit Mais, sondern mit Rest- und Abfallstoffen bestückt werden - jeweils zu einem Drittel aus Zuckerrübenschnitzel, Getreideschlempe und Grünzeug aus der Landschaftspflege.

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