Experten rätseln über Herkunft:

Luchs in Ueckermünder Heide gesichtet

Anscheinend hat sich in der Ueckermünder Heide nicht nur der Wolf niedergelassen, sondern auch ein Tier, das es bei uns schon lange nicht mehr gibt. Bei Christiansberg ist angeblich ein Luchs gesichtet worden.

In der Ueckermünder Heide fühlen sich nicht nur Wölfe wohl, sondern neuerdings offenbar auch ein Luchs. Das Vorkommen der Wölfe in Vorpommern ist nachgewiesen. Vom Luchs allerdings gibt es (noch) keine Beweisfotos.
Archiv In der Ueckermünder Heide fühlen sich nicht nur Wölfe wohl, sondern neuerdings offenbar auch ein Luchs. Das Vorkommen der Wölfe in Vorpommern ist nachgewiesen. Vom Luchs allerdings gibt es (noch) keine Beweisfotos.

Der Mann, der das scheue Tier gesichtet hat, ist sich da sicher. Zweifel ausgeschlossen. „Mindestens drei-, viermal so groß wie eine große Katze“, beschreibt er den Vierbeiner, den er aber nur kurz gesehen hat, als der über die Straße huschte und dann mit einem mächtigen Satz im Unterholz verschwand. Auch ein Jäger, der dort sein Revier hat, berichtete von einer solchen Beobachtung.

Quatsch, hieß es in der Gesprächsrunde, als von dem Luchs die Rede war. Denn erstens braucht so eine Großkatze ein gebirgiges Terrain, und zweitens hat es, weil Berge fehlen, hier wohl kaum jemals Luchse gegeben.

Ein Trugschluss, wie sich herausstellte. Alte Quellen berichten davon, dass es in der Ueckermünder Heide noch vor etwa 250 Jahren Luchse gegeben hat. Dann wurden diese Tiere ausgerottet – lange, bevor die Wölfe von der Bildfläche verschwunden sind.

Es könnte der Stettiner Luchs von 2010 sein

Jochen Elberskirch, Leiter des Naturparkes am Stettiner Haff, hat da so seine Zweifel, was die Luchsgeschichte angeht. Er kann sich noch gut an Meldungen über eine Großkatze aus dem Jahr 2010 erinnern. Da geisterte angeblich ein Puma durch die Heide und eben auch durch die Zeitung. Wie sich später herausstellte, könnte es damals tatsächlich ein Luchs gewesen sein, der aus dem Stettiner Raum kam und aus einer Privathaltung entwichen war. 

Könnte der vor Jahren entflohene polnische Luchs überlebt haben und jetzt gesichtet worden sein? „Vom Nahrungsangebot her durchaus, er frisst Kleinsäuger – Hasen, wenn er rankommt, sicher auch Frischlinge oder Rehkitze“, sagt Jochen Elberskirch. Auch die natürlichen Gegebenheiten könnten dem Luchs zupasskommen – es gibt genügend Verstecke und der Zivilisation kann der Luchs ausweichen.

Stammt er aus einem Luchs-Projekt im Harz?

Dennoch bleibt für das scheue Tier eines gefährlich: eine Begegnung mit einem Auto. Dieser Umstand spricht nach Elberskirchs Ansicht auch dagegen, dass der Luchs – wenn es ihn tatsächlich gibt – möglicherweise aus dem Harz nach Vorpommern „umgezogen“ ist.

Dort, im nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands, läuft ein Luchs-Projekt – und auszuschließen ist ja nicht, dass eine der Großkatzen auf Wanderschaft gegangen ist. Doch angesichts der vielen Straßen und Autobahnen dürfte es so ein Tier kaum bis in den Nordosten geschafft haben.

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