Enttäuschung bei Lübser Agrarbetrieb:

Maisernte läuft super, Wärmeversorgung nicht

Die Maisernte in Lübs läuft hervorragend. Mit der Pflanze füttert die Lübser Agrar unter anderem ihre Biogasanlage und erzeugt so Strom. Die Abwärme sollte eigentlich mal Wohnungen im Dorf heizen. Doch das blieb ein Traum. Aber warum eigentlich?

Die Maisernte der Lübser Agrar GmbH geht in die letzte Runde. Ein Teil der Ernte geht in die Biogasanlage, die Strom erzeugt.
Lutz Storbeck Die Maisernte der Lübser Agrar GmbH geht in die letzte Runde. Ein Teil der Ernte geht in die Biogasanlage, die Strom erzeugt.

Nach und nach fallen die Maispflanzen auf den Feldern der Lübser Agrar Insgesamt wächst diese Pflanze auf etwa 380 Hektar, sagt Geschäftsführer Dirk Henke. Die Ernte wird als Futter Verwendung finden und auch als Rohstoff für die Biogasanlage. Mit dem Ernteergebnis beim Mais, sagt der Geschäftsführer, könne man durchaus zufrieden sein – etwa 7500 Tonnnen wandern in die Biogasanlage und helfen bei der Stromerzeugung. 5000 Tonnen sind als Futter für die Kühe des Agrarunternehmens gedacht.

Klingt alles ganz gut. Aber leider haben sich nicht alle Träume erfüllt, die Henke im Zusammenhang mit der Anlage gehegt hatte und die auch für das Dorf Lübs von Vorteil gewesen wären. Immerhin, so hieß es noch vor drei, vier Jahren, produziere die Anlage nicht nur Strom, sondern auch Wärme. „Und die reicht aus, um etwa 150 gemeindeeigene Wohnungen in Lübs zu beheizen“, hieß es damals. Geworden ist aus dieser Vision: Nichts! Nicht, weil es zu wenig Wärme gibt, sondern weil die Biogasanlage „zu dezentral“ gelegen ist – mit anderen Worten: am Rand des Dorfes und nicht in dessen Mitte. Ein Leitungssystem zu bauen, das Anlage und Wohnblöcke verbindet, wäre zu teuer und würde sich nicht rechnen. Und so entsteht zwar Wärme, die aber bislang ungenutzt in die Luft gepustet wird. „Eigentlich hatte ich gedacht, dass sich vielleicht Gewerbe ansiedelt, das diese Wärme nutzen würde“, sagt der Geschäftsführer. Eine Möglichkeit: Holz mit der Abwärme trocknen. Bislang aber ist es bei der Idee geblieben.

Und wie ist es mit dem Strom? Das Agrarunternehmen speist den Strom ins Netz des Energieversorgers e.dis ein. Von dem Unternehmen bezieht die Lübser Agrar GmbH auch ihren Strom. So ist es in dem  Vertrag zwischen dem Energiekonzern und der Agrarfirma festgelegt. Und dieser Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren. Was ein Problem ist, denn mittlerweile gibt es, was die erneuerbaren Energien angeht, einige Gesetzesänderungen. Die würden es dem Landwirtschaftsunternehmen nun erlauben, den selbst erzeugten Strom auch selbst zu nutzen. Jetzt ist es aber, wie es ist: Verträge sind einzuhalten, das Lübser Unternehmen muss sich gedulden, bis der gültige Kontrakt ausgelaufen ist. „Wir müssen also noch 15,16 Jahre warten“, sagt Dirk Henke.

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