Gegendemo:

Mit Trillerpfeifen gegen Nazi-Hass

Die Asylbewerber, die in Drögeheide untergebracht werden sollen, sind noch nicht einmal angekommen, da wird von der NPD schon gegen sie gehetzt. Dabei weiß man doch nicht einmal, woher diese Menschen kommen, wer sie sind und wovor sie geflohen sind.

Wo die NPD Hass predigt, stehen Menschen auf.
Robert Huger Wo die NPD Hass predigt, stehen Menschen auf.

Das kann die NPD wirklich richtig gut: Angst schüren, Misstrauen verbreiten, das Miteinander vergiften, bevor es auch nur eine Chance hatte, sich zu entwickeln. So ist es auch jetzt wieder, wenn sie versucht, die Menschen in Drögeheide gegen die Asylbewerber, die dort erwartet werden, in Stellung zu bringen. Da wird der Teufel an die Wand gemalt und Probleme heraufbeschworen, die real womöglich nur in den NPD-Köpfen herumgeistern. Denn noch weiß man überhaupt nicht, wer da kommt. Vielleicht Menschen, die unendlich dankbar sind, dass sie erst einmal einen sicheren Platz gefunden haben.

So sehen das eine ganze Reihe engagierter Bürger, die jetzt gegen diese Angstmache der NPD auf die Straße gingen. Mit ihren Trillerpfeifen übertönten sie die monotonen Reden der NPD, was nicht einmal unhöflich war, denn einen Redner gab es nicht. Die Äußerungen der NPD kamen allesamt vom Band. „Das ist schon ein ganz schönes Armutszeugnis“, befand Patrick Dahlemann, Kreistagsmitglied der SPD. Zudem waren die Gegendemonstranten deutlich in der Überzahl.

Heute finden weitere Demos gegen die NPD statt:

9 bis 10.30 Uhr: Ahlbeck, Seestraße

10.30 bis 12 Uhr: Heringsdorf, Seestraße

15 bis 16.30 Uhr: Anklam, Marktplatz

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Kommentare (1)

Das was die Nazis so richtig gut können - sie sehen genau wo die politisch Verantwortlichen versagen - genau dort finden sie die Freiräume für ihre Propaganda. Ist man aber nun schon ein Nazi wenn man die Frage stellt : Was sollen die 150 Asylbewerber in Drögerheide - welche Perspektive haben sie dort ? Das schon im ersten Halbjahr die Aufnahme dieser 150 Asylbewerber vom Kreistag beschlossen worden ist, davon liest man hier nichts. Das auf einer Bürgerversammlung weder die Ängste der Bürger beschwichtigt werden konnten und eine Unterschriftensammlung gegen die zentrale Unterbringung der Asylbewerber auch ohne Erfolg blieb - auch davon kein Wort. Schon am 19.07. 2013 kann man auf NDR.de folgenden Artikel lesen : ""Aber diese Masse, wo kommen wir da hin?" Ein Neubau-Block im Ortsteil Drögeheide soll das neue Heim für Asylbewerber in Torgelow werden. Nicht einmal jede zweite Wohnung war hier zuletzt bewohnt, obwohl der Block saniert ist. Inzwischen sind die letzten Mieter ausgezogen. Die Stadt plante den Abriss. Nun sollen 150 Asylbewerber einziehen. Für viele der rund 150 Besucher der Einwohnerversammlung - vor allem Anwohner - ist das kaum vorstellbar. Die Angst vor Kriminalität und Überfremdung ist groß. "Ich weiß nicht, was für Leute kommen. Es können normale Leute sein, es können kriminelle Leute sein. Aber diese Masse, wo kommen wir da hin? Fremder im eigenen Land", sagt ein Versammlungsbesucher, der sich auch um den Verfall der Grundstückspreise fürchtet. "Weiß ich, wer hinterher mein Eigentum beschützt? Ich weiß es nicht." Nun kommen die Asylbewerber - keiner von den politisch Verantwortlichen hat sich ernsthaft mit den Sorgen der Einwohner befasst. Wenn man dann obendrein jetzt noch nicht einmal weiß, wer da kommt und woher die Menschen kommen die Asyl suchen - ist das doch wohl ein Armutszeugnis der ganz besonderen Art.