Chef: Eine Frage der Menschenwürde:

Nach Freispruch soll Polizistin wieder in den Dienst

Was wird mit der Ueckermünder Polizistin, bei der Drogen gefunden worden waren? Der Chef der Polizeinspektion hat dazu eine klare Meinung.

Gunnar Mächler, Leiter der Polizeinspektion Anklam, will, dass die Beamtin wieder ihren Dienst aufnimmt.
Jörg Foetzke Gunnar Mächler, Leiter der Polizeinspektion Anklam, will, dass die Beamtin wieder ihren Dienst aufnimmt.

Die Beamtin soll derzeit die letzten Tage einer Kur genießen. Wie es danach weitergeht mit der Beamtin des Ueckermünder Polizeireviers, bei der im Dezember des vergangenen Jahres Drogen gefunden worden waren und die seit jenem verhängnisvollen Tag krank geschrieben ist, scheint offen.

Für Gunnar Mächler, Leiter der Polizeinspektion Anklam, zu der das Ueckermünder Revier gehört, ist die Sache jedoch klar: Da die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg die Ermittlungen gegen die Beamtin wegen Geringfügigkeit des Drogenfundes eingestellt hat, soll die Beamtin wieder ihren Dienst aufnehmen. „Das ist unser Bestreben. Wir wollen, dass sie wieder in die Organisation zurückkommt, in welchem Bereich das auch immer sein wird“, sagt Mächler.

Der Inspektionsleiter schließt auch nicht aus, dass die Frau wieder ins Uekermünder Revier zurückkehrt. Für den Polizeichef ist derzeit aber erst einmal von Bedeutung, dass die Polizistin wieder völlig gesund wird. „Priorität hat die Fürsorge. Wichtig ist allein, dass sie wieder in die Spur kommt und vernünftig ihren Dienst versehen kann“, sagt Gunnar Mächler. Er betont in dem Zusammenhang, dass die Beamtin in den vergangenen Monaten polizeiärztlich begleitet worden sei. Dass die Polizei sich jetzt so intensiv um die Eingliederung der Frau in den Polizeidienst kümmert, hat für Gunnar Mächler etwas mit „Menschenwürde“ zu tun. „Der Fall ist damals nun mal leider so passiert, jetzt wollen wir alles tun, um der Beamtin zu helfen“, sagt er. Kritik übt Gunnar Mächler aber an einigen Beamten des Reviers, die damals im Dezember, als der Fall öffentlich wurde, hinter vorgehaltener Hand vom sicheren Laufbahnende der Polizistin gesprochen hatten: „Über diese Äußerungen war ich nicht erfreut. Natürlich sind die Kollegen betroffen, aber voreilige Schlüsse daraus zu ziehen, ist unseriös.“

Allerdings droht der Ueckermünder Beamtin noch ein Disziplinarverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, das bereits im Dezember 2014 eingeleitet worden war, während der gleichzeitigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aber ausgesetzt war. „Das ist so vorgeschrieben“, sagt Gunnar Mächler. Er will nun die Akten der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg anfordern und dann eine Entscheidung treffen.