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Neues Verkehrskonzept für die Altstadt

Die Ueckermünder werden sich von einer lieb gewonnen Gewohnheit trennen müssen: Mit der Durchfahrt durch die Innenstadt ist bald Schluss. Aber warum sollen die Autofahrer auch noch Parkgebühren zahlen?

Die Poller bleiben, wo sie sind.
Simone Weirauch/Archiv Die Poller bleiben, wo sie sind.

Das also ist das Geheimnis: Verkehrssperren aus Gitter und Steinen sollen dafür sorgen, dass niemand mehr von Ost nach West oder umgekehrt durch die Ueckermünder Altstadt fahren kann. Eine einfache Lösung – aber sie könnte endlich eine echte Verkehrsberuhigung für Ueckermündes mittelalterliche Altstadt bringen. Mehr Ruhe und Sicherheit, bessere Luft und keine kaputt gefahrenen Straßen – das ist im Interesse der Allgemeinheit und macht die Altstadt von Ueckermünde noch attraktiver, so argumentiert Bürgermeister Gerd Walther. Allerdings bedeutet die neue Verkehrslösung auch, dass Altstadtbewohner dann mit ihrem Auto Umwege in Kauf nehmen müssen. Einige haben bereits gemurrt: Das geht zu unseren Lasten!

Das neue Verkehrskonzept ist auf einer Bürgerversammlung vorgestellt worden, nun steht es öffentlich zur Debatte. Vier Wochen Zeit bleiben, bis die Ueckermünder Stadtvertreter entscheiden, ob und wann es umgesetzt wird. Das soll spätestens bis zur Urlaubssaison 2014 passieren. Viel länger will auch niemand mehr warten. Nicht noch einen Sommer Verkehrschaos! Immerhin 4000 Autos sind an einem Junitag zwischen 7 und 18 Uhr durch die Ueckerstraße gerollt. Der Durchgangsverkehr macht weit mehr als die Hälfte des Verkehrs in der Innenstadt aus. Damit soll nun generell Schluss sein.

„Für den Einzelhandel ist das fatal!“

Die Altstadt mit ihren Parkplätzen bleibt jedoch von beiden Seiten erreichbar. Das war die Prämisse für das neue Konzept. Unmittelbar im Stadtzentrum sind aus westlicher Richtung dann 467, aus östlicher Richtung 255 Parkplätze zu erreichen. „Die Nachteile für die Altstadtbewohner werden durch die gewonnene Ruhe ausgeglichen“, argumentiert Bürgermeister gerd Walther. Dünner werden die Argumente aber, wenn es um Parkscheinautomaten in der Innenstadt geht. Drei Automaten am Altstadtring sieht das Konzept vor.

Was das soll, fragt sich nicht nur Buchhändler Holger Brandstädt. „Für den Einzelhandel ist das fatal!“ Die aktuelle Parkregelung in der Ueckerstraße reiche völlig aus. Dort gibt es Kurzzeitparkplätze für 30 Minuten unmittelbar vor den Geschäften. Für andere Bezahl-Experimente sei die Luft im Einzelhandel von Ueckermünde zu dünn.