Dilemma in Ueckermünde:

Ohne Schwerlasttransporte keine Umgehungsstraße

Ohne die anstehenden Schwerlasttransporte würde Ueckermünde nie die geplante Umgehungsstraße bekommen. Das räumt auch Bürgermeister Walther ein – und damit auch sein Dilemma. Müssen für die Umgehungsstraße nun die Liepgartener leiden?

Hier sollen bald 100-Tonner mit Überbreite entlangrollen. Einige Liepgartener wollen das verhindern.
Archiv Hier sollen bald 100-Tonner mit Überbreite entlangrollen. Einige Liepgartener wollen das verhindern.

Für die Fragen der Liepgartener Bürgerinitiative gegen Schwerlasttransporte ist die Stadt Ueckermünde der falsche Ansprechpartner. Das hat Bürgermeister Gerd Walther (Die Linke) bei der jüngsten Stadtvertretersitzung betont und die Stadtvertreter über ein Antwortschreiben der Stadt an die Bürgerinitiative informiert. Einige Liepgartener wollen wissen, warum sie als Betroffene nicht rechtzeitig in die Planungen für die Umgehungsstraße einbezogen wurden und warum keine alternativen Routen für die Schwerlasttransporte in Betracht gezogen wurden.

In seiner Antwort an Hans-Joachim Peper von der Liepgartener Initiative schreibt Walther, die Bürgerinitiative würde einige Sachverhalte falsch interpretieren. So sei die Pfarrwiesenallee von vornherein für den Anschluss an die Eggesiner Straße vorgesehen.

Planungen laufen seit 20 Jahren

"An den Planungen arbeiten wir mit dem Straßenbauamt als Baulastträger für die Landesstraße bereits seit fast 20 Jahren", schreibt Gerd Walther. Herausgekommen seien seitdem nur verschiedene Varianten, und für keine ist jemals ernsthaft Geld eingeplant worden. "Deshalb sind wir jetzt froh, dass das Thema wieder aufgegriffen und mit wirtschaftlicher Notwendigkeit untermauert wird." Ohne die anstehenden Schwerlasttransporte wäre die Ortsumgehung wahrscheinlich nie gebaut worden, das sei den Verantwortlichen in Ueckermünde durchaus klar.

Die berechtigten Ängste und Befürchtungen, dass der Schwerlastverkehr die Lebensqualität der Anwohner in Liepgarten und in Ueckermünde stark beeinträchtigen wird, nehme er ernst. Walther will nach einem Grundsatzgespräch über das Gesamtprojekt in Schwerin am 11. Juli, an dem auch Liepgartens Bürgermeisterin teilnehmen wird, mit der Bürgerinitiative über alle Details des anstehenden Straßenbaus sprechen.