Mission Ebola:

Papa, warum machst du das?

Wenn er helfen kann, dann zögert Steffen Arndt nicht lange. Aber was der 25-Jährige jetzt tun will, geht weit über einen Freundschaftsdienst hinaus. Der Soldat gehörte zu den ersten, die sich für den Ebola-Einsatz gemeldet haben.

Bei Papa auf dem Arm fühlt sich die kleine Anna sicher. Steffen Arndt und seine Lebensgefährtin Mandy Steckmann genießen das schöne Spätsommerwetter beim Vereinsfest in Ueckermünde. Begeistert ist seine Familie nicht von seiner Meldung für den Ebola-Einsatz.
Simone Weirauch Bei Papa auf dem Arm fühlt sich die kleine Anna sicher. Steffen Arndt und seine Lebensgefährtin Mandy Steckmann genießen das schöne Spätsommerwetter beim Vereinsfest in Ueckermünde. Begeistert ist seine Familie nicht von seiner Meldung für den Ebola-Einsatz.

Steffen Arndt steht am Grill und wendet die Bratwürste. Allzu viele liegen da nicht mehr, das Vereinsfest ist auch schon fast zu Ende. Seine Jungs sind nach Hause, die Wettkämpfe vorbei, alle Bälle und die Torwand eingesammelt. Er kann also mit ruhigem Gewissen die Grillzange an einen der Fußballer vom FSV Einheit Ueckermünde weitergeben und sich seiner Frau zuwenden.

Mandy Steckmann wartet schon auf ihren Steffen, ebenso wie die kleine Anna. Blond, blauäugig und kess – eine allerliebste Zweijährige. Stolz stellt Steffen Arndt seine Familie vor. Familie – das bedeutet für den jungen Mann Liebe und Verantwortung. Seine Frau hat noch drei Kinder mit in die Lebensgemeinschaft gebracht. „Nächstes Jahr wollen wir heiraten“, sagt Steffen. Er sieht glücklich aus. Dabei weiß der junge Vater noch gar nicht genau, was in den nächsten Wochen sein wird. Kann sein, dass er demnächst weit weg ist von denen, die er liebt. Denn Steffen Arndt hat sich freiwillig für den Einsatz der Bundeswehr in Afrika und den Kampf gegen die Ebola-Epidemie gemeldet. Der 25-Jährige dient seit 2010 beim Bund. Für acht Jahre hat er sich verpflichtet. Das ist auch so eine Familiensache, sagt er.

Die gesamte Familie ist bei der Bundeswehr

Sein Vater, sein Bruder, seine Schwester – alle bei der Bundeswehr. Steffen Arndt dient im Sanitätszentrum in Spechtberg. Ab Januar macht er bei der Bundeswehr seine Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Alles, was er in den Medien über die Ebola-Seuche gelesen, gehört und gesehen hat, verstärkte in ihm nur noch den Wunsch, zu helfen. Das geht vielen Menschen so. Seit dem Aufruf der Verteidigungsministerin am 22. September haben sich mehr als 1500 Freiwillige gemeldet. „Die schaffen es da unten allein nicht, also müssen wir helfen, es ist höchste Zeit“, sagt Steffen Arndt.

Keine Angst vor einer Infektion

Wer dann tatsächlich zum Hilfseinsatz nach Afrika fliegt, das steht noch nicht fest. Vielleicht ist Steffen Arndt dabei. Gleich am zweiten Tag nach dem Aufruf hat er sich gemeldet, wenn es nächste Woche losgehen sollte, dann wäre er bereit. Seine Mandy hört das gar nicht gern. Warum gerade du, hat sie gefragt. Warum ich nicht, hat er geantwortet. Wenn alle sagen: Aber ich nicht – dann geht keiner.

Angst vor einer Infektion hat Steffen Arndt nicht. Alle Einsatzkräfte werden gut vorbereitet, sagt er. Da verlässt er sich drauf. Er will doch gesund wiederkommen, weiter seine C2-Jugendmannschaft trainieren, seine Anna auf den Arm nehmen und seine Mandy heiraten.

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