Ist Torgelow schuld?:

Party ist zu Ende, Taubenschlag dicht

Die Disco Taubenschlag in Torgelow war bei Vorpommerns Partygängern bestens bekannt. Doch die guten Zeiten sind vorbei, der Betreiber musste zuletzt nur noch ums Überleben kämpfen. Jetzt zog er einen Schlussstrich.

Bei den Tanzveranstaltungen war der Torgelower Taubenschlag zuletzt nur noch selten so prächtig gefüllt.
Christopher Niemann Bei den Tanzveranstaltungen war der Torgelower Taubenschlag zuletzt nur noch selten so prächtig gefüllt.

Der Taubenschlag in Torgelow hat dichtgemacht. Für viele Partygänger kommt der Schritt überraschend. Betreiber Christian Berg hatte den Entschluss jedoch schon lange gefasst. Die sieben Angestellten, davon zwei in Vollzeit, stehen erst einmal auf der Straße.

„Das tut mir auch sehr leid, doch es geht nicht mehr.“ Der 36-Jährige, der die Gaststätte einst gepachtet hat, gibt vor allem wirtschaftliche Gründe für das Aus an. „Zuletzt kam einfach nichts mehr rein“, sagt der Unternehmer. Etwa 20 000 Euro habe er im Monat allein an festen Kosten. „Wenn du dann aber irgendwann nicht mehr als 21 000 Euro Umsatz hast, geht es eben nicht mehr“, verdeutlicht er. Um halbwegs gut über die Runden zu kommen, hätten die Gäste für einen Umsatz um die 30 000 Euro sorgen müssen.

Künstliche Konkurrenz mit "UER tanzt"?

Eine Portion Mitschuld an der Misere im Taubenschlag gibt Christian Berg der Stadt Torgelow. „Die Stadt hat mit ,UER Tanzt‘ eine künstliche Konkurrenz geschaffen, mit Steuergeldern finanziert“, sagt er. Zu dieser Tanzparty hatte Torgelows Kulturchef Ulrich Blume erstmals im Oktober 2011 in die Stadthalle eingeladen. Wenn am Wochenende Party in der Stadthalle war, kamen nur wenige Gäste in den Taubenschlag. Gerade der Freitag und Samstag seien aber ganz wichtige Tage gewesen, um wirtschaftlichen Erfolg zu haben.

Früher, wenn DJs ihre Scheiben auflegten, habe es im Taubenschlag an den Wochenenden immer richtig gebrummt. Die Einrichtung war sozusagen Kult bei Jugendlichen in der Haff-Region. Zuletzt verirrten sich aber nur zwischen 30 und 40 Leute zu den Veranstaltungen. „Das ist dann leider auch eine Kette ohne Ende. Die noch kamen, haben dann gemeint, dass bei uns ja nichts los ist und sind gegangen“, erzählt Christian Berg. Er hat inzwischen seine Zelte in Torgelow ganz abgebrochen: Der gelernte Grafiker möchte sich in Rostock eine neue berufliche Zukunft aufbauen.

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