Nächstenliebe:

Pflegen ist nicht ihr Job, Pflegen ist ihre Leidenschaft

Sie sind glücklich, wenn es andere sind: Das Torgelower Paar Kerstin und Rene Teßmer gibt sich der Pflege anderer Menschen hin. Ob schon Feierabend ist, interessiert die beiden guten Geister oft nicht.

Kerstin und Rene Teßmer aus Torgelow sind engagiert im Pflegedienst der Volkssolidarität tätig. Auch über die Arbeitszeit hinaus widmen sie sich anderen Menschen.
Klaus Möler Kerstin und Rene Teßmer aus Torgelow sind engagiert im Pflegedienst der Volkssolidarität tätig. Auch über die Arbeitszeit hinaus widmen sie sich anderen Menschen.

„Schön, dass es Sie gibt.“ Wer würde diesen Satz nicht gern hören? Kerstin und Rene Teßmer hören ihn oft. Denn die beiden Torgelower arbeiten im Pflegedienst der Volkssolidarität. Und weil sie sich noch mehr um andere Leute kümmern, als in ihrem Arbeitsvertrag steht, sind Lob und nette Worte keine Seltenheit. „Das ist der schönste Lohn“, sind sich beide einig. Denn ein solches Vertrauen und eine solche Wertschätzung bei den Pflegebedürftigen muss man sich hart erarbeiten.

Beide fühlen sich für den Pflegedienst berufen, die Anerkennung gibt ihnen recht. Kerstin Teßmer ist im mobilen Pflegedienst in Ueckermünde unterwegs. Ihr Mann leitet eine Tagespflegeeinrichtung in Strasburg.

Manche Beziehungen zu Menschen, die Kerstin Teßmer pflegt, sind besonders eng. So hat sie schon zwei  Menschen betreut und begleitet, die zuhause sterben wollten. „Ganz wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit den Angehörigen“, sagt Kerstin Teßmer. So fährt sie nach ihrer Tour, also nach Feierabend, zu diesen Menschen. „Es reicht oft aus, einfach die Hand zu halten“, beschreibt sie. Danach hat sie mit der Frau des Verstorbenen am Tisch gesessen und mit ihr geweint. „Solche Situationen gehen schon sehr nahe, aber das gehört dazu“, sagt die Frau. Auch Rene Teßmer sucht die Pflegebedürftigen auch außerhalb der Arbeitszeit auf. So überbrachte er Glückwünsche zur Diamantenen Hochzeit am Sonntag. „Seinen Beruf muss man mit Liebe und Kreativität ausüben“, steht für ihn fest. In seine  Einrichtung ihn Strasburg kommen täglich 23 Leute, die in der Tagespflege betreut werden. Und auch hier wirkt sich die „Berufung“ von Rene Teßmer aus: „Das Team zieht mit.“

Der Mann weiß auch, warum das so funktioniert. Es muss ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Geschäftsleitung und Mitarbeitern vorhanden sein, und man muss Achtung voreinander haben. „Das ist bei uns in der Volkssolidarität so“, steht für ihn fest. Ja, und die Familie muss natürlich auch intakt sein. „Andere Verhältnisse würden unsere zu Pflegenden sofort spüren“, sagt Teßmer. Und natürlich müssen die Betreuer mitziehen. Auch das ist hier der Fall. Das alles kostet viel Kraft und geht nur mit einem hohen Engagement.

Dieser Zusammenhalt hat dafür gesorgt, dass Kerstin und Rene Teßmer nicht mehr vom Pflegedienst der Volkssolidarität lassen können: „Wir hatten schon andere Angebote, haben diese aber nicht angenommen.“ Und natürlich wird der elfjährige Sohn auch bei der Volkssolidarität betreut.

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