:

Die Bäume müssen weg

Ein roter Punkt – er steht für das Todesurteil für jeden zweiten Baum in dieser Straße. Eine ganze Reihe von Vorschriften steht eigentlich gegen diese Fällung. Es muss leider trotzdem sein, sagt der Bürgermeister von Ferdinandshof.

Der rote Punkt bedeutet das Todesurteil: Jeder zweite Baum in der Gundelachstraße muss fallen. Die Straßenbäume behindern Rettungsfahrzeuge.
Simone Weirauch Der rote Punkt bedeutet das Todesurteil: Jeder zweite Baum in der Gundelachstraße muss fallen. Die Straßenbäume behindern Rettungsfahrzeuge.

Ganz wohl ist den Beteiligten dabei nicht, obwohl die Aktion genehmigt ist: In dieser Woche werden die Straßenbäume in der Ferdinandshofer Gundelachstraße gefällt. Nicht alle, aber etwa jeder zweite Baum muss weichen. Schweren Herzens, wie Bürgermeister Gerd Hamm beteuert. Auch er ist nicht glücklich über diese Entscheidung. Aber es gibt gewichtige Gründe dafür, sagt er. Ganz allgemein stehen solche alte Bäume unter besonderem Schutz, in der Baumschutzordnung des Landkreises sind aber auch Ausnahmen formuliert, wenn ein Baum beispielsweise eine Gefahr darstellt.

Gefahr für Leben und Gesundheit

Und nach Ansicht der Gemeinde sind die dicht stehenden Bäume in der Gundelachstraße eine Gefahr für Leben und Gesundheit der Anwohner. Konkreter Anlass: Im Mai 2014 hatte es in einer der Wohnungen in den Plattenbauten der Gundelachstraße gebrannt. Die Kameraden der Feuerwehr konnten einen Ferdinandshofer aus seiner brennenden Wohnung im vierten Stock retten, ihn auch noch reanimieren, doch der Mann starb später im Krankenhaus. Das war eine dramatische Aktion, auch deshalb, weil die Retter mit ihren Fahrzeugen und dem Leiterwagen Probleme hatten, dicht genug ans Haus zu gelangen.

Ersatzpflanzungen für Baumfällung

Die Baumfällaktion, die zum Wochenanfang beginnt, ist von der Umweltbehörde des Landkreises genehmigt worden. „Das ist natürlich die Voraussetzung, damit wir loslegen können.“ Es wird auch höchste Zeit, so Hamm weiter, denn wer fällt schon gern im Frühling Bäume.

Die Gemeinde wird für die Baumfällung auch Ersatzpflanzungen leisten müssen. Noch steht nicht fest, wo und in welchem Umfang diese Pflanzungen erfolgen werden.