Ermittlungen:

Rätselraten um Löcher im Fenster von Flüchtlingsheim

Waren es Schüsse aus einem Luftgewehr? Was bei dem Vorfall am Dienstagabend vor der Flüchtlingsunterkunft in der Ueckermünder Chausseestraße passiert ist, wird ermittelt. Die Polizei will dann entscheiden, ob der Staatsschutz einbezogen wird.

Im Fenster rechts der Flüchtlingsunterkunft in Ueckermünde hat die Polizei die beschädigte Stellen am Mittwoch markiert. Wer sie verursacht hat, ist noch unklar.
Thomas Krause Im Fenster rechts der Flüchtlingsunterkunft in Ueckermünde hat die Polizei die beschädigte Stellen am Mittwoch markiert. Wer sie verursacht hat, ist noch unklar.

Zur Beruhigung der angespannten Situation beim Thema Flüchtlinge dürfte der Vorfall nicht beitragen. Doch genau zu Ruhe und Besonnenheit ruft die Polizei in diesem Fall auf. „Ich kann verstehen, dass sich Menschen Sorgen machen, aber hier gibt es noch ganz, ganz viele Fragezeichen“, sagte Polizeisprecherin Nicole Buchfink.

Was war passiert? Ein Mitarbeiter der Volkssolidarität Uecker-Randow hatte sich gemeldet und erzählt, dass am Dienstagabend auf ein Gebäude der VS in der Ueckermünder Chausseestraße, in dem derzeit auch Flüchtlinge leben, geschossen worden sei, vermutlich mit einem Luftgewehr. Ein Fenster sei beschädigt worden. In dem Raum schlief seinen Angaben zufolge ein vierjähriges Mädchen. „Das ist jetzt eine andere Dimension“, sagte der Mann.

Keine Patronenhülsen gefunden

Das Polizeipräsidium in Neubrandenburg bestätigte am Mittwoch den Vorfall. Sie bestätigte auch, dass ein Fenster beschädigt worden sei. „Nach ersten Erkenntnissen ist aber nicht mit einem Gewehr geschossen worden. Dafür sind am Haus und in der näheren Umgebung keine Spuren gefunden worden, also keine Patronenhülsen oder ähnliches“, sagte Nicole Buchfink. Beamte, die den Tatort am Mittwoch noch einmal abgesucht hätten, haben lediglich eine so genannte Krampe gefunden, was darauf schließen lasse, dass dort höchstens eine Schleuder benutzt worden ist. „Wir werden noch einmal die Geschädigten befragen. Und dann wird auch entschieden, ob der Staatsschutz in die Ermittlungen einbezogen wird“, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums.

Nach ihren Angaben ist der Polizei der Vorfall am Dienstagabend gegen 21.15 Uhr gemeldet worden. „Anwohner haben ein lautes Klopfen am Fenster wahrgenommen und haben dann die Polizei gerufen“, sagte sie.