Der Liebe wegen nach Ueckermünde:

Schön, wenn ein Friseur bei der Liebe so gut abschneidet!

Es gibt einige gute Gründe, aus dem Odenwald ans sonnige Haff zu flüchten: Der ewige Nebel dort. Der Dialekt. Die Nähe zu Schwaben. Alles das störte Günther Tauwald (62) aber nicht. Ihn zog etwas ganz anderes zu uns: Ursula!

Ursula und Günther: Die große Liebe.
Robert Huger Ursula und Günther: Die große Liebe.

Hier lässt es sich doch leben! Strand. Wälder, Wiesen, einfach Natur pur. Und mittenmang Ueckermünde, ein schöneres Städtchen ist in Vorpommern nur schwer zu finden. So und ähnlich klang das für Günther Tauwald, wenn Ursula ihm von ihrer Heimat vorschwärmte. Da war der gebürtige Sachse noch Friseur im Odenwald, die Wende hat mit den Menschen ja die kuriosesten Sachen gemacht, und so landete der einstige Vorsitzende der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) damals im Odenwald. Bis er schließlich vor etwas mehr als sechs Jahren seine Ursula kennenlernte.

Gefunkt hat es ganz zeitgemäß im Internet, ein absoluter Zufall, denn eigentlich wollte Günther mal schauen, ob sich dort auch eine Odenwälderin tummelte. Stattdessen traf er dort in einer Plauderecke des weltweiten Netzes also Ursula.

Günther wusste schon nach wenigen Worten: Das ist mal eine richtig interessante Frau. Nicht das Gelaber, wie man es sonst oft im Internet findet. Das hier, das hatte Tiefe. Und Herz. Es folgten Telefonate, sie wurden immer länger, bald darauf gab es die ersten Treffen. Nach einem halben Jahr ging dann alles sehr schnell. Beim ersten gemeinsamen Urlaub zerflossen auch die letzten Zweifel, kurzerhand entschloss sich der Salonmeister, dem Ruf der Liebe zu folgen.

Einheimisch als Sachse

„Es hatte zwischen uns richtig gefunkt“, sagt Tauwald. „Da habe ich gesagt, ich gebe alles auf und komme hoch.“ Inzwischen fühlt sich der einstige Sachse als Einheimischer und möchte nicht mehr weg. Das liegt natürlich vor allem an Ursula. Aber auch an seinen Kunden und der tollen Umgebung. Freunde und Bekannte staunen oft über den schönen Ort und die gute Entwicklung von Ueckermünde. Leicht war es zu Beginn natürlich nicht als Auswärtiger. Der Friseur hat sich alles langsam erarbeiten müssen. Es dauerte schon eine Weile, bis er die nötige Stammkundschaft hatte. Sein Salon liegt etwas abseits im Autohaus Steffen. Doch jetzt hat er dort alle Hände voll zu tun. Für betagtere Damen und Herren bietet Günther Tauwald gerne Hausbesuche an.

Seinen Beruf will er auch noch zu Rentenzeiten weiter ausüben. „So lange es noch geht, werde ich immer ein wenig schnippeln“, sagt der erfahrene Salonmeister. Dann bleibt aber bestimmt noch genug Zeit für ein paar Ausflüge mit seiner Ursula. Gemeinsam sind die beiden öfter mit dem Rad unterwegs und unternehmen Ausflüge ins Grüne.