Erneut angeklagt:

Seltsames Geschenk bringt Ueckermünder vor Gericht

Der Mann sieht aus, als könne er kein Wässerchen trüben. Doch er sitzt auf der Anklagebank, weil er bereits das zweite Mal einen Schlagring bei sich trug. Ob seine Reue etwas bringt?

Bereits das zweite Mal ist ein Mann in Ueckermünde wegen des Mitführens eines Schlagrings verurteilt worden.
Patrick Seeger Bereits das zweite Mal ist ein Mann in Ueckermünde wegen des Mitführens eines Schlagrings verurteilt worden.

Er sieht so nett aus. Nicht zu groß, nicht zu dick, grau gekleidet, nicht einmal die Brille auf seiner Nase hat irgendetwas Markantes – die Unauffälligkeit in Person. Das einzige, was an dem jungen Mann, der da auf der Anklagebank sitzt, ein bisschen schräg aussieht, ist sein extravaganter Haarschnitt. Er trägt sein feines, helles Haar an den Seiten ganz kurz, vom Scheitel aber hängt es fast kinnlang herunter.

Ganz allein sitzt er vor der Richterin und dem Staatsanwalt im Ueckermünder Amtsgericht. Bis an die Stuhlkante vorgerutscht, die Hände auf dem Tisch nervös knetend, macht er zumindest den Eindruck, als sei ihm die Situation unangenehm. Er hofft, dass er hier nie wieder sitzen muss, sagt der 30-jährige Torgelower. Aber die bangen Minuten vor Richterin und Staatsanwalt hätte er sich ersparen können.

Es ist bereits das zweite Mal

Schon einmal musste er vor Gericht. Weil er einen Schlagring in der Tasche hatte, und das ist verboten. Im März 2012 wurde er wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt. Gelernt hat er daraus offensichtlich nichts. Im November 2013 hielt ihn die Polizei an, weil er mit seinem Fahrrad Schlangenlinien fuhr. Bei dieser Kontrolle fanden die Beamten wieder einen Schlagring bei ihm.

Der Mann, der so aussieht, als könnte er kein Wässerchen trüben, ist also einer, der davon träumt, mal mit so einer Waffe zuzuschlagen. Warum sollte er sie sonst in der Tasche haben? Er sagt, ein Freund habe sie ihm zum Geburtstag geschenkt. Seltsames Geschenk, schlechter Freund. Das hätte ihm bis zu drei Jahre Gefängnis einbringen können. Die Richterin wollte ihm seine Reue glauben, sie verurteilte den Torgelower zu einer Geldstrafe. 30 Tagessätze zu je elf Euro – die wird der Mann wohl abarbeiten, denn er hat keinen Job und lebt von Hartz IV.

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