Trecker-Rennen:

Starke Trecker und üble Verrecker

War das ein uriger Spaß! Gärtnermeister Jörg Kliewe lud am Wochenende zum großen Obstfest ein. Besonderer Höhepunkt: ein Treckerrennen. Acht Mutige wagten sich auf die Rennstrecke durch seine Luckower Plantage. Dabei gab es auch allerhand Pleiten, Pech und Pannen.

Wer zum Treckerrennen einlädt, der muss auch zeigen, was er selbst drauf hat. Für Gärtnermeister Jörg Kliewe war es deshalb Ehrensache, seinen RS09 durch seine Plantage zu jagen. Am Ende reichte es allerdings nur für den vierten Platz.
Uta Bilaczewski Wer zum Treckerrennen einlädt, der muss auch zeigen, was er selbst drauf hat. Für Gärtnermeister Jörg Kliewe war es deshalb Ehrensache, seinen RS09 durch seine Plantage zu jagen. Am Ende reichte es allerdings nur für den vierten Platz.

Die Vorpommern stehen auf so was. Sie lieben das Rattern und Knattern alter Traktoren. Ist ja auch kein Wunder – wir leben schließlich auf dem Land. Da „singen“ solche Motoren quasi von der Heimat. So ist das auch in Luckow. Denn mit seinem angekündigten Treckerrennen hat Gärtnermeister Jörg Kliewe wohl genau den Nerv der Leute getroffen. Kaum einer wollte sich dieses Spektakel am Sonnabend entgehen lassen. Doch was wäre ein Treckerrennen ohne jede Menge mutiger Teilnehmer? Gähnend langweilig! Aber von Langeweile konnte in Luckow absolut keine Rede sein. Acht kleine und große Fahrer trauten sich auf die Rennstrecke. Gefahren wurde nacheinander und auf Zeit in den Kategorien „Rasentraktor“ und „Traktor“.

Den Anfang machte Patrick Prager auf seinem Rasentrecker Ju 135. „Auf die Plätze, fertig, los“, lautete das Kommando von Schiedsrichter Ronald Natschke. Und Patrick sauste ab. Nach etwas mehr als zwei Minuten erreichte er die Ziellinie. Ganz zufrieden schien der Junge mit seiner Leistung zunächst allerdings nicht. Schließlich musste er gespannt abwarten, wie sich seine beiden Konkurrenten auf der Strecke schlagen. Aber der 15-jährige Florian Engelhard und der kleine Paul Genseburg konnten Patrick nicht überrunden. Er hat das Ding gewonnen. Paul wurde Zweiter und Florian belegte Platz drei.

Der Traktor hüpft

Mit seinem großen Traktor wagte sich Dirk Zeisler als Erster auf die Rennpiste durch die Plantage. Das Fahrzeug an der Ziellinie geparkt, wartete er schließlich auf das Startsignal. Als sich die Fahne endlich senkte, kam er allerdings nicht recht vom Fleck. Sein Traktor vom Typ Güldner legte die ersten Meter hüpfend zurück. Was war passiert? „Mist, falscher Gang!“ Das könnte dem Mann den Sieg gekostet haben. Denn die Konkurrenz schlief nicht. Gastgeber Jörg Kliewe brachte seinen RS09 in Stellung. Doch was war das? Der Gärtnermeister hatte die Schaufel seines Frontladers weit in die Höhe gestreckt. „So will er doch wohl nicht fahren“, hörte man besorgte Gäste sagen. Natürlich nicht. An der Startlinie senkte er den Hubarm auf den Boden und heraus kullerten plötzlich ein dicker fetter Kürbis und ein kleines Äpfelchen. Der Scherz war gelungen. Doch wenig später war dem Luckower nicht mehr zum Lachen. Die Hydraulik versagte. Keine Chance für den Mann also, die Schaufel wieder etwas anzuheben. „Das war´s. Teilnahme gescheitert“, hörte man die Zuschauer sagen. Doch weit gefehlt. Der Gärtnermeister baute die Schaufel einfach ab und los ging’s auf die Strecke. Am Ende reichte es immer noch für Platz vier.

Mit einem Traktor Marke „Eigenbau“ wollte Norbert Guderjan aus Rehhagen, einem Ortteil von Luckow, den Titel beim Traktorrennen holen. Die Gäste hätten es ihm gegönnt. Denn sein Gefährt war absoluter Publikumsliebling. Doch schon vorher hatte Guderjan sichtlich Bammel, dass ihm sein Trecker bergauf verreckt. Und er sollte recht behalten. Auf halber Strecke war die Fahrt erst einmal beendet. Diagnose: Bowdenzug gerissen. Ergebnis: Guter fünfter, allerdings letzter Platz. Oder wollte er gar nicht gewinnen? Denn Bürgermeisterin Hannelore Schwebmeyer meinte vorab scherzhaft: „Wenn Norbert gut ist, kann er in Rehhagen ab sofort den Winterdienst übernehmen.“ Ohne Schwierigkeiten haben Franko Bayer mit seinem Utus und Sven Rudolph mit seinem Traktor Marke Eigenbau die Rennstrecke bewältigt. Sie blieben verschont von Pleiten, Pech und Pannen und setzten sich an die Spitze des Fahrerfeldes. Am Ende hieß es Platz eins für Franko Bayer, gefolgt von Sven Rudolph. Die Bronzemedaille erfuhr sich Dirk Zeisler. Und das trotz falschem Gang beim Anfahren.

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