Üble Gerüche aus den Abwasserleitungen:

Stinke-Profi soll Gulli-Mief bekämpfen

Es stinkt noch immer gewaltig in der Ueckerstraße. Die Anwohner, die dem Gestank schon lange ausgesetzt sind, haben es langsam satt! Eine Ursache soll tatsächlich mit den Verbrauchern selbst zu tun haben. Abhilfe will indes ein Berliner Professor und Stink-Experte machen.

An macnhen Tagen stinkt es den Anwohnern der Ueckermünder Ueckerstraße ganz besonders.
Uta Bilaczewski/Archiv An macnhen Tagen stinkt es den Anwohnern der Ueckermünder Ueckerstraße ganz besonders.

Was ist die Ursache für die üblen Gerüche, die da aus den Abwasserkanälen in der Ueckermünder Ueckerstraße steigen? Sparsamkeit. Naja, eigentlich, sagt Diethelm Rosentreter, Leiter der Eggesiner Betriebsstelle der Gesellschaft für Kommunale Umweltdienste (GKU). Die Leute verbrauchen weniger Wasser.

Je weniger Abwasser, desto mehr Gestank

 

Damit fließt weniger durch die Abwasserleitungen. Wo weniger fließt, setzen sich Stoffe fest, die nicht weggespült werden. Die verfaulen dann und setzen Gestank frei. Das gilt für alle Abwasserleitungen, besonders aber für die in der Ueckerstraße. Die ist relativ lang, die Abwässer kommen unter anderem aus Mönkebude. Das verstärkt das Problem noch. Im Sommer fließt das Abwasser wegen der Touristen in den Urlaubsorten am Haff stärker, im Winter eher weniger.

Fatal, denn in Mönkebude gibt es keine Pumpanlage, mit deren Hilfe die Leitungen kräftiger durchgespült werden könnten. Eine Dosieranlage, die dem Abwasser Chemie zusetzt, arbeitet zwar in Mönkebude. „Doch den Erfolg, den wir wollten, haben wir noch nicht erreicht“, sagt der Betriebsstellenleiter.

Neues Verfahren aus Berlin soll helfen

Was also tun? Aufgeben will der Wasser- und Abwasserverband nicht. Das hat dessen Chef, Dietmar Jesse, bekräftigt. Zwar gibt es derzeit keine Lösung, „die konventionellen Mittel sind ausgeschöpft.“ Deshalb setzt der Verband jetzt auf Hilfe aus Berlin. Ein anerkannter Fachmann ist Professor Matthias Barjenbruch von der Technischen Uni Berlin. Er und sein Team haben ein neues Verfahren entwickelt, das „gerade erst patentiert worden ist“, wie Verbandsvorsteher Jesse sagte. Nun wollen die Wissenschaftler mit diesem Verfahren, bei dem Sauerstoff eine Rolle spielt, dem Gestank auf den Leib rücken.

Ob das etwas bringt, bleibt abzuwarten. Sollte sich zeigen, dass das neue Verfahren die Lösung ist, dann will der Verband auch Geld bereitstellen, um endlich dem Gestank ein Ende zu bereiten.

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