Spektakel:

Toni boxt sich schon durch

Im Eggesiner be-free-Sportcenter wird am kommenden Samstag wieder gekämpft. Im Blickpunkt der Fight Night wird dabei eine junge Dame aus Eggesin stehen.

Für ihren ersten offiziellen Kampf trainierte Kickboxerin Antonia Stelter sehr hart in den vergangenen Wochen.
Thomas Krause Für ihren ersten offiziellen Kampf trainierte Kickboxerin Antonia Stelter sehr hart in den vergangenen Wochen.

Wenn das Laufen ein wenig langweilig wird, sucht man sich eben eine andere Sportart, auch wenn es dort kräftig einen auf die Nase geben kann: Antonia Stelter gehörte viele Jahre zu den talentiertesten Leichtathleten in der Haff-Region, bei Laufwettkämpfen eroberte die Eggesinerin oft das Siegerpodest.

Aber irgendwann mochte Antonia Stelter diese Rennerei nicht mehr, suchte sich etwas anderes und steht nun am kommenden Samstag in Eggesin vor ihrem ersten offiziellen Kampf als Kickboxerin. „Meine Mutter hatte mich damals mal mitgenommen zum Fitnessboxen und das hat mir gleich gefallen“, erzählt die junge Dame.

Anfangs ging es ihr nur darum, etwas für die eigene Fitness zu tun, doch dann kam Mirko Kopmann ins Spiel. Der Trainer erkannte schnell, dass die Eggesinerin auch fürs Kickboxen bestens geeignet wäre. „Sie ist nicht talentfrei“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Seit mehr als einem Jahr betreibt Antonia Stelter nun intensiv das Kickboxen nach so genannten K1-Regeln. Dabei ist sozusagen fast alles erlaubt im Ring. Das grundlegende Ziel beim K-1 ist es, wie bei anderen Vollkontaktsportarten auch, durch Knockout oder Kampfrichterentscheidung zu gewinnen. Da krachen dann auch schon mal die Schienbeine der Gegner mit voller Wucht aufeinander. Warum tut sich ein junges Mädchen so etwas an? Die Eggesinerin lacht: „Das hat sich einfach so ergeben.“

Kopmann weiß, dass viele Menschen nicht verstehen können, dass man sich freiwillig im Ring verprügeln lässt und dabei auch mögliche Verletzungen in Kauf nimmt. „Aber da haben viele ein völlig falsches Bild von dieser Sportart. Beim Fußball oder beim Handball ist die Verletzungsgefahr viel größer“, sagt er. Antonia Stelter nickt zustimmend: „Kickboxen ist eine gute Chance, es sich selbst zu beweisen. Es ist einfach eine abwechslungsreiche Sportart.“ Dieser Sport verändert vieles im Leben, vor allem im Kopf. „Man wird ja nicht nur fitter, sondern auch viel selbstbewusster“, sagt sie.

Angst, dass es im Ring möglicherweise dennoch sehr weh tun kann, hat die junge Dame nicht: „Ich habe Respekt, keine Angst. Während des Kampfes blende ich alles aus. Klar tut es auch mal weh, aber die Schmerzen merkt man erst später, wenn alles vorbei ist.“ Angst, erzählt die Fachgymnasiastin mit einem Schmunzeln, habe nur ihre Mutter ein wenig.

Drei- bis viermal in der Woche fährt sie derzeit zum Training ins Eggesiner be-fre-Sportcenter, dort hat sich Kopmann mit seinem MK-Sports-Team eingemietet. Seinem Schützling traut der Coach am Samstag einiges zu: „Toni hat einen sehr harten Kick.“ Das hat die Egesinerin erst gerade bei einer
Fight-Nacht in Potsdam bewiesen, wo sie in einem inoffiziellen Sparringskampf im Ring stand und gewann.

Im Eggesiner be-free-Center am Samstag (Beginn 19 Uhr) wird alles eine Nummer größer sein, wenn Antonia Stelter in den Ring klettert. Um die 700 Zuschauer werden in der Halle erwartet, die ihre Lokalmatadorin mit Sicherheit nach vorn peitschen.

„Das Publikum wird hinter Antonia stehen. Da braucht sie aber auch starke Nerven“, sagt Kopmann. Erwartungsdruck möchte er aber nicht aufbauen: „Antonia soll nur ihr Potenzial abrufen.“ Der Rest kommt dann von ganz allein.