Diskriminierung?:

Torgelower darf kein Blut spenden – weil er schwul ist

Der Torgelower Lutz Werner fühlt sich diskriminiert. Er möchte gern anderen Menschen helfen und sein Blut spenden. Doch das darf er nicht, weil er Männer liebt. Eine Ärztin vom Blutspendedienst des DRK in Neubrandenburg verweist auf das hohe Risiko.

Lutz Werner aus Torgelow möchte gern Blut spenden, darf aber nicht, weil er schwul ist.
Simone Weirauch Lutz Werner aus Torgelow möchte gern Blut spenden, darf aber nicht, weil er schwul ist.

Lutz Werner ist schwul – und das ist in seinem Fall nicht gut so. Der Torgelower möchte gern anderen Menschen helfen – als Blutspender. Allerdings darf er nicht – und das nur, weil Lutz Werner mit Männern schläft.

Der 56-Jährige, der in Prenzlau geboren und im Torgelower Ortsteil Drögeheide aufgewachsen ist, findet das Ganze nicht lustig. Er bekommt schriftliche Einladungen vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Neubrandenburg, nimmt sie in der DRK-Station in Torgelow wahr, füllt das Formular aus, kreuzt an, dass er homosexuell ist, und bekommt dann am Ende immer gesagt: Nein, Sie dürfen kein Blut spenden. „Es tun alle so, wie tolerant sie doch sind. Doch davon sind wir hier ein weites Stück entfernt. Ich fühle mich einfach diskriminiert. Nur weil ich schwul bin, darf ich kein Blut spenden?“, fragt er.

Aufgeben will Lutz Werner nicht: „Ich werde es wieder versuchen, denn ich möchte anderen Menschen einfach helfen.“ Im sozialen Netzwerk Facebook erntet der Torgelower viel Zustimmung, dass er mit dem Thema an die Öffentlichkeit gegangen ist. Die Aussicht, dass Lutz Werner Erfolg haben könnte mit seinem Protest und doch noch Blut spenden darf, tendiert allerdings gegen null.

Eine Richtlinie der Bundesärztekammer

Nach Angaben von Edelgard Görß, Ärztin beim DRK-Blutspendedienst in Neubrandenburg, gibt es eine Richtlinie der Bundesärztekammer. „Danach dürfen Männer, die mit anderen Männern Sex haben, kein Blut spenden“, sagt sie. Es sei leider immer noch so, dass diese Personengruppe weiterhin ein erhöhtes Risiko darstellt.

Zwar verfügt der DRK-Blutspendedienst inzwischen über eine sehr gute Labortechnik, die schon vorher auf eventuelle Viren hinweisen würde. „Aber ein Restrisiko bleibt immer, und das ist uns einfach zu groß“, sagt die Ärztin.

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Kommentare (6)

Es ist sowas von Menschenunwürdig einfach nur seelische grausamkeit die den schwulen mit diesen Gesetzen angetan werden!Die Bundesärztekammer sollte sich in grund und boden schämen das es solche art gesetze gibt.wenn genau der schwule nur meine blutgruppe hat bekomme ich kein blut und muss leider sterben???? was seit ihr für ärzte bitte???? ich hätte ein antwort darauf bitte? danke

Das wird dir hier keiner beantworten können, da dies der nordkurier und nicht die bundesärztekammer ist. wenn du eine antwort möchtest, solltest du dich direkt mit denen in verbindung setzen, außerdem verhält es sich mit blut nicht wie mit knochenmark, da gibt es nur Blutgruppen und nicht nur diese eine Person die mit dir "kompatibel" ist.

Also wo dieser Vorgang Menschenunwürdig ist möchte ich ja gerne mal begreifen. Dieser Herr stellt mit seinem Blut und seiner Art zu leben ein Gesundheitsrisiko dar und es gibt gute Gründe warum er nicht spenden darf. Denjenigen möchte ich ja gerne mal sehen, der das Blut nimmt wenn der Arzt ihm vorher sagt:" Ja aber wissen Sie, dass Blut was Sie jetzt bekommen könnte Sie kränker machen als Sie schon sind. Es kommt nämlich von einem Risikoträger." aber vielleicht solltest du es dir ja geben lassen "Flensi66". Jetzt wirst du sicher sagen, dass du es machen würdest aber das ist gelogen und das wissen alle die sich etwas mehr mit der Materie auskennen. Übrigens wäre der Aufschrei nicht so gross, wenn gestanden wäre das der Herr Alkoholiker ist oder ehemaliger Drogenabhängiger. Alle diese Faktoren nehmen Einfluss auf das menschliche Blut...... Aber selbstverständlich haben Hobbyärzte wie du "Flensi66" viel mehr Ahnung als diejenigen die es 10 Jahre lang studiert haben und auf die du dich am Ende selber verlässt ;-) . Ich erkenne keinerlei Diskriminierung.... was man von seiner Lebenshaltung denkt ist ein anderes Thema aber über das äussere ich mich lieber nicht :-) .

Gesund sieht der Homosexuelle ja gerade nicht aus. Warum will er weiter kämpfen für was. Ich denke man sollte schon Blut von gesunden Menschen spenden und nicht Menschen mit Blut krank machen.

Wenn man an Hand des Aussehen einer Person schon sagen ,,das derjenige krank ist,ist das schlimm genug! Ich bin fit und habe keinerlei Probleme,und bin auch sehr froh darüber! MfG Lutz

Mit dem Problem bist du nicht alleine. Es gibt eine Forschungseinrichtung in Vancouver, wo Schwule blut speneden koennen fuer Forschungszwecke. So kannst du auch andern Menschen helfen. http://www.theglobeandmail.com/news/british-columbia/vancouver-clinic-looks-to-recruit-sexually-active-gay-men-for-blood-donations/article22755513/