Historische Funde:

Unglaublich, was da alles auf dem Dachboden schlummert

Dass Sanierungsarbeiten nicht nur anstrengend, sondern auch richtig spannend sein können, beweisen Funde von Familie Nixdorf aus Meiersberg. Zwischen viel Schotter und jeder Menge Dreck kam auf dem Dachboden eines alten Lehrerhauses so einiges ans Tageslicht.

Liane Nixdorf und ihre Familie haben bei der Dachbodensanierung eines alten Lehrerhauses diese Briefmarken gefunden, die möglicherweise auf das Jahr 1911 schließen lassen. Genau ist das nicht mehr zu erkennen.
Uta Bilaczewski Liane Nixdorf und ihre Familie haben bei der Dachbodensanierung eines alten Lehrerhauses diese Briefmarken gefunden, die möglicherweise auf das Jahr 1911 schließen lassen. Genau ist das nicht mehr zu erkennen.

Die Sanierung eines alten Hauses erweist sich oft als wenig spannend. Eher schweißtreibend sind die Arbeiten oftmals. Es sei denn zwischen Schotter, alten Balken und jeder Menge Dreck kommt Überraschendes zum Vorschein. So ging es Familie Nixdorf aus Meiersberg. Bei den Sanierungsarbeiten eines alten Lehrerhauses, erwies sich der Dachboden als historische Wundertüte.

Uraltes Schulheft mit Fehlern und Noten

„Wir haben Briefmarken, alte Zeitungen und sogar Schulhefte gefunden“, erzählt Liane Nixdorf. Bei den Schulheften handelt es sich um Exemplare aus den Jahren 1911 bis 1913. Liane Nixdorf vermutet, dass sie einfach auf dem Dachboden vergessen worden sind. Offenbar gehörten sie einem Kind. Die Schrift in den Heften lässt zumindest darauf schließen. Liane Nixdorf weiß jetzt mit Bestimmtheit, dass die Schüler schon damals mit Diktaten gequält wurden. So auch der Junge oder das Mädchen, dem diese Hefte gehörten. „Sogar die angestrichenen Fehler und auch die Noten sind noch zu lesen.“

Freie Erde vom 4. Juni 1959

Weniger gut erhalten sind einige der Zeitungen, die die Familie auf dem Dachboden zwischen Dreck und Staub fand. „Sie waren so verschmutzt und vergilbt, dass man einfach nichts mehr lesen konnte.“ Nicht so eine Ausgabe der Freien Erde vom 4. Juni 1959. Man sieht dem Exemplar zwar an, dass es schon einige Jahre auf dem Buckel hat, aber dennoch sind die lokalen Nachrichten noch gut zu lesen. So steht einiges über Wilhelmsburg, Ferdinandshof, Ueckermünde, Torgelow und auch Ferdinandshof in dem Blatt geschrieben. Besonders amüsiert hat sich Liane Nixdorf über einen Blick in die Glaskugel. Denn eine der Überschriften lautet: „Altwigshagen heute und im Jahr 1965“. In dem Beitrag ist von einem Siebenjahresplan die Rede.

Auch eine Ausgabe des Neuen Deutschland gehört zu den Fundstücken. Sie weist das Datum 9. Dezember 1958 auf. Darin ist ein Stück DDR-Geschichte festgehalten. So wird der Ministerrat der DDR darin vorgestellt.

Auf jeden Fall wird Liane Nixdorf diese kleinen Schätze aufheben. Wer weiß, wozu sie irgendwann einmal nütze sind. „Vielleicht kann mein Enkel sie später in der Schule gebrauchen, wenn die DDR-Geschichte behandelt wird.“ Zumindest werden die Briefmarken, die Zeitungen und die Hefte Familie Nixdorf immer wieder an ihre Entkernungsarbeiten erinnern.

Sanieren Sie auch gerade ein altes Haus und sind auf historische Kostbarkeiten gestoßen, die ein Stück Geschichte erzählen? Dann rufen Sie uns einfach an. Telefon: 039771 53616

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