Tod im Pflegeheim:

Warum dauern die Ermittlungen so lange?

Seit einem Jahr steht der ungeklärte Todesfall eines Ameos-Pflegehausbewohners im Raum. Er war beim Baden verbrüht worden und fünf Tage später gestorben. Gibt es vielleicht kein Interesse daran, das Unglück aufzuklären?

Vor einem Jahr kam bei Ameos ein Pflegebedürftiger ums Leben.
Simone Weirauch/Archiv Vor einem Jahr kam bei Ameos ein Pflegebedürftiger ums Leben.

Noch immer laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Fall des Ueckermünder Pflegehausbewohners, der nach Verbrühungen gestorben ist. War es ein Unfall? War es eine fahrlässige Tötung? War der Thermostat kaputt, und warum bemerkte die Pflegehelferin nicht, dass das Wasser brühend heiß war? Auf alle diese Fragen gibt es auch nach einem Jahr keine Antwort, nicht für die Familie des Verstorbenen, nicht für die Klinikmitarbeiter und auch nicht für alle, die Anteil am Schicksal des Mannes nahmen.

Alle müssen weiter auf eine offizielle Erklärung dafür warten, wie es passieren konnte, dass der geistig behinderte Mann beim Bad am Morgen des 27. Dezember 2012 so stark verbrüht wurde, dass er in ein Berliner Unfallklinikum gebracht werden musste, wo er fünf Tage später starb. Damals hatte die Betreuerin des Mannes schwere Vorwürfe gegen die Ueckermünder Klinik erhoben. Es habe an diesem Tag nur eine Notfallbesetzung im Pflegehaus gegeben, und nach dem Unfall habe die Berliner Klinik nicht die erforderlichen Informationen über den Patienten erhalten. Sie bezweifelte, dass es ein echtes Interesse daran gebe, das Schicksal des Pflegehausbewohners aufzuklären.

„Seit damals haben wir nichts gehört“

Frank-Ulrich Wiener, Ameos-Regionalgeschäftsführer, versicherte jetzt erneut, dass die Klinik bisher alle Auskünfte gegeben und Fragen beantwortet habe und selbst großen Wert darauf lege, dass der Tod des Pflegehausbewohners aufgeklärt wird. „Doch seit damals haben wir auch nichts mehr von den Ermittlern gehört.“ Die Klinik will die Verantwortung für den Tod des Mannes so lange nicht übernehmen, bis geklärt ist, ob er unmittelbar an den Folgen der Verbrühungen gestorben ist. Dazu brauchte es ein Obduktionsergebnis.

Das liegt laut Neubrandenburger Staatsanwaltschaft nun endlich vor. Die Ermittlungen sind damit aber nicht abgeschlossen. „Wir haben weitergehende Fragen, und die müssen in Vernehmungen geklärt werden“, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Lässt sich daraus folgern, dass die Verbrühungen doch als Todesursache angesehen werden müssen? So lange die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung nicht abgeschlossen sind, bleibt diese Frage unbeantwortet.