Berichterstattung über Asylbewerberheim:

Warum der Nordkurier lieber die Fakten nennt

Einige Leser kritisieren unsere Berichterstattung über einen Vorfall im Asylbewerberheim in Torgelow-Drögeheide. Das Bündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ meint sogar, wir hätten damit gegen den Pressekodex verstoßen.

In den vergangenen Wochen gab es in Torgelow-Drögeheide eine ganze Reihe von Polizeieinsätzen. Welche Berichterstattung über diese Einsätze ist die richtige?
Christopher Niemann / Archiv In den vergangenen Wochen gab es in Torgelow-Drögeheide eine ganze Reihe von Polizeieinsätzen. Welche Berichterstattung über diese Einsätze ist die richtige?

Noch bevor die ersten Asylbewerber in Drögeheide eingezogen waren, versprachen alle beteiligten Stellen, offen und aktuell auch mögliche Probleme zu benennen. So sollten rechte Stimmungsmacher gar nicht erst die Möglichkeit haben, Ängste zu schüren. Dann gab es tatsächlich einige Vorfälle in Drögeheide, die auch Polizeieinsätze erforderlich machten. Wir berichteten regelmäßig darüber, zuletzt über einen Streit, bei dem ein Messer gezogen wurde. Zwei tschetschenische Brüder hatten einen Afghanen (22) bedroht, weil er angeblich Kontakt zu ihrer 14-jährigen Schwester gesucht hatte.

Dieser Bericht nun stellt nach Meinung von Gregor Kochhan, Mitglied des Sprecherrates des Bündnisses „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ einen Verstoß gegen den Pressekodex dar. Das Bündnis ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen, Vereinen und Verbänden und engagiert sich gegen Rechtsradikalismus  in unserer Region. Kochhan kritisiert an unserer Berichterstattung, dass wir das Asylbewerberheim als Tatort und die Nationalitäten der Beteiligten genannt hatten.

Der Pressekodex, eine Selbstverpflichtung deutscher Medien auf ethische Standards, empfiehlt tatsächlich, bei Straftaten die Nationalität der Beteiligten nicht herauszustellen, um keine Vorurteile gegen Minderheiten zu schüren. Allerdings sagt der Kodex auch, dass die Nationalität, wenn sie zum Verständnis des Vorgangs erforderlich ist, sehr wohl genannt werden sollte. Kochhan geht in seiner Kritik am Nordkurier allerdings noch weiter. Er findet es bedenklich, dass das Asylbewerberheim überhaupt als Tatort genannt wurde. Sein Textvorschlag für einen „korrekten“ Beitrag, den er auf der Internet-Seite der "Alternativen Liste" verbreitet hat, lautet: „Männer geraten in Streit“ als Überschrift, gefolgt von diesem Text: „In einem Wohnblock in Drögeheide ist die Polizei erneut im Einsatz gewesen. Wegen eines Mädchens sind zwei Männer in Streit geraten...“.

Eine solche Art von Nicht-Berichterstattung sehen wir allerdings nicht als unsere Aufgabe an. Erstens aus Prinzip. Unsere Leser wollen Informationen aus der Region und der Nachbarschaft, präzise recherchiert, wahrhaftig geschrieben. Dafür bezahlen sie uns. Und genau das liefern wir gerne. Denn wir sind zweitens der festen Überzeugung, dass öffentliche Debatten besser sind als faktenfreies Geraune. Durch Verschweigen erzeugt man Unsicherheit und letztlich Angst. Was sollen die Menschen denn denken, wenn öfter Polizeiautos vorm Asylbewerberheim halten und nichts davon in der Zeitung steht? Das schürt Gerüchte und Stimmungen. Wir setzen Fakten dagegen.

Wer den Nordkurier regelmäßig liest, weiß: Die Flüchtlinge sind Menschen, die alles zurückgelassen haben, um dem Grauen in ihrer Heimat zu entfliehen. Wir haben über diese Schicksale berichtet, genau wie über die aktuellen Probleme in der deutschen Asylpolitik. Wir halten es aber auch für unsere Aufgabe, die Politiker vor Ort regelmäßig an ihr Versprechen zu erinnern, sich um die Ängste und Sorgen der Anwohner zu kümmern.

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Kommentare (11)

Vielen Dank an den Nordkurier, dass er mit der Fackel der Wahrheit die "politisch korrekte" Dunkelheit gewisser Lobbies verjagt! Der Mehltau des Verschweigens, Relativierens und Verharmlosens liegt schon auf zu vielen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Liebe Redaktion, Sie handeln völlig richtig und müßen sich Ihr Recht auf sachliche Berichterstattung von NIEMANDEN einengen lassen. Die selbsternannten Tugendwächter wissen gar nicht in welch dunkler brauner Soße der Presseüberwachung sie stecken. Beste Grüße ein Leser

Gregor Kochhan ist also einer von denen, die den so genannten "Pressekodex" in der derzeitigen Form gut finden. Er hat ihn zwar wahrscheinlich nicht mitzuverabntworten, steht aber dafür ein und tut alles dafür, damit dieser auch umgesetzt wird. Nun fragt man sich - warum? Was hat dieser Herr Kochhan davon, die Vorgaben der Bilderberger so erfüllt sehen zu wollen? Diese Frage ist mehr als berechtigt, da sie sich gegen die tatsächlichen Fakten stellt und eine "Umformulierung der Tatsachen" fordert. Man wird seine Bemühungen nicht vergessen und ihm eines Tages diese Frage ganz persönlich stellen, von Angesicht zu Angesicht. Vielleicht vor Gericht. So meine Voraussicht. Lieber Nord-Kurier: Solange Sie bei der ungefilterten Wahrheit bleiben, sind Sie auf der Seite der Bevölkerung. Und die kauft ihre Zeitungen und keine Gregor Kochhans und seine Freunde der political correctness..

Mit wahrhaftiger Berichterstattung, die eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist Ihre Zeitung ein Lichtblick im düsteren Deutschen Blätterwald. Möge der Kelch der rückläufigen Auflagezahlen, die die politisch korrekte Schundpresse erfaßt hat, an Ihnen vorübergehen. Vielmehr wünsche ich Ihnen steigende Verkaufszahlen - vergleichbar etwa mit den Zuwächsen der AfD (ohne politische Werbung machen zu wollen :-)). Liebe Journalistinnen und Journalisten, Sie heben sich auch deutlich von den schwafelnden "etablierten" Blätter ab, wenn Sie solche "durchgegenderten" Formulierungen unterlassen. Beste Wünsche aus Hessen

Die Presse wird nicht umsonst als "Vierte Gewalt im Staat" bezeichnet. Grundgesetz und Presserecht gestehen der Presse nicht umsonst sehr weitreichende Befugnisse zu. Die Presse soll, ja MUSS unabhängig von "Politischer Korrektheit" die Dinge beim Namen nennen, das sagen, was man "politisch korrekt" nicht sagen will oder darf. Der Bürger hat ein Anrecht darauf, auch ausserhalb staatlich-politischer Aussagen und Vorgaben informiert zu werden. Wir leben nicht mehr in der DDR! Wir gehen schliesslich auch zum "Italiener" und essen eine "Pizza" - und besuchen nicht ein "südeuropäisches Restaurant" und essen dort einen "belegten Teigfladen".

Es ist doch immer wieder interessant zu sehen, das diejenigen, die von der Gesellschaft stets Toleranz und Aufklärung fordern, die ersten sind, die diese zu verhindern suchen, wenn etwas nicht in ihr teilweise abstruses Weltbild passt. Danke für diesen Artikel.

Ich finden diesen Textvorschlag der "Alternativen Liste" viel zu sexistisch: "Männer geraten in Streit: In einem Wohnblock in Drögeheide ist die Polizei erneut im Einsatz gewesen. Wegen eines Mädchens sind zwei Männer in Streit geraten". Er impliziert, dass (a) prinzipiell Männer die GewaltäterInnen sind und (b) Mädchen immer in der passiven Rollen sind. Auch die Tatsache, dass "Drögeheide" erwähnt wurde, impliziert, dass MenschInnen in Mecklenburg-Vorpommern zu Gewalttaten neigen. Ich wäre also dafür den Text folgendermaßen umzuformulieren: "Menschen stritten. Irgendwo. Die Polzei kam. Warum? Egal!".

Es sind Menschen wie Kochhan, die im englischen Rotherham die Schuld daran tragen, dass über tausend junge Mädchen jahrelang vergewaltigt, misshandelt und geschlagen wurden und nun den Rest ihres Lebens traumatisiert und schwer gezeichnet verbringen müssen. Die brutale Unterdrückung jeglicher Wahrheiten und die Angst aller Beteiligten vor Rassismusvorwürfen hat die unmenschliche Seite der herrschenden linken Inquisition aufgezeigt. Dem Nordkurier bleibt zu wünschen, dass er standhaft bleibt und auf diese Weise massgeblich mit dazu beiträgt, dass es bei uns niemals zu einem Rotherham kommen möge.

Ideologisch gefilterte Nachrichten will keiner lesen. Der Anteil der Bevölkerung die sich durch eine wahrheitsgemäße Berichterstattung gestört fühlt ist zwar sehr laut aber anteilig nur verschwindend gering. Das es keine Unterstützung für mit persönlicher Meinung der Journalisten und Ideologie angereicherter Berichterstattung gibt, sieht man an den stetig sinkenden Auflagenzahlen der entsprechenden Blätter. Wahrheitsgemäße neutrale Berichterstattung unter Nennung aller Fakten ist heutzutage selten und wird gerade deshalb um so mehr geschätzt. Der Nordkurier kommt ab heute in meine Favouritenliste!

Sehr geehrte Damen und Herren Redakteure, halten sie bitte weiterhin an einer den tatsächlichen Geschehnissen gerecht werdenden Berichterstattung fest. Ich persönlich denke übrigens, dass die Empfehlung des DEU Presserates, insbesondere bei Straftaten keine Nationalitäten zu nennen, generell ein Irrweg ist. Unseren Bürgern wird es dadurch unnötig erschwert, sich in einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft den Gepflogenheiten der Zuwanderer anzupassen. Es braucht doch nicht jeder mit Gefahr für Leib und Leben verbundene Erfahrungen selbst zu machen. Man kann doch auch aus Ereignissen lernen, um sich und die Seinen vor Fehlverhalten gegenüber unseren Gästen zu bewahren. Hans Schommer Hohenbollentin

Sehr verehrte Redaktion! Eben haben wir, meine Freunde und ich, ihre “Rechtfertigung” bezüglich des beängstigenden Vorfalls im Asylbewerberheim Drögeheide diskutiert und danken ihnen für ihre aufrichtige Tatsachenbeschreibung dieses gefährlichen Vorfalles ganz besonders. Bitte bleiben sie ihrem Pressekodex einer aufrichtigen und unparteiischen Berichterstattung treu, so wie sie es studiert bzw. gelernt haben. Ihre Zeitung werden wir überall, wo es uns möglich ist, weiter empfehlen. Derartiges undemokratische Vorgehen, wie es der Herr Gregor Kochhan vorschlägt, haben wir in unserer Historie in Deutschland zur Genüge gehabt. Nochmals herzlichen Dank für ihre anständige Arbeit.