Haffstadt verliert ihre Fünftklässler:

Warum gehen Ueckermünder in Ferdinandshof zur Schule?

Jeden Morgen steigen 35 Ueckermünder Schulkinder in den Bus nach Ferdinandshof. Dabei haben sie mitten in der Haffstadt eine wunderschöne Regionale Schule. Da stimmt doch etwas nicht.

He, was wollt ihr, unsere Schule ist okay! Dieses Foto entstand bei einem Aktionstag an der Regionalen Schule Ueckermünde.
Simone Weirauch He, was wollt ihr, unsere Schule ist okay! Dieses Foto entstand bei einem Aktionstag an der Regionalen Schule Ueckermünde.

Wer hat sich da nur gegen die Ueckermünder Regionalschule verschworen? Statt ihre Kinder ab Klasse fünf in die Stadtschule zu schicken, haben sich 35 Familien für den längeren Schulweg nach Ferdinandshof entschieden. Schon längst zerbrechen sich Schulleiter Dieter Ewert, sein Kollegium und auch der Elternrat den Kopf darüber, woran das liegen könnte. Und auch die 252 Schüler sind nicht gerade glücklich darüber, dass ihre Schule schlecht geredet wird.

Jetzt reagiert auch der Schulträger, die Stadt Ueckermünde, aufgebracht: Statt wie bisher 30 000 Euro muss die Stadt mittlerweile 54 000 Euro Schullastenausgleich zahlen. Es geht ums Geld, und damit wird das Thema Schule zum Politikum.

Stadtvertreter und berufene Bürger wollen sich mit dem Schulleiter und Lehrern treffen und der Misere auf den Grund gehen. „Wir müssen den guten Ruf der Schule wieder herstellen“, fordert Kämmerer Joachim Trikojat. So wie er fragen sich viele, warum die Regionale Schule immer nur mit Schulhofschlägereien und Disziplinlosigkeit in Verbindung gebracht wird. Offenbar werden schon bei den Grundschülern Ängste geschürt. Das muss aufhören, findet nicht nur der Ueckermünder Kämmerer.

Der Elternrat der Regionalschule hat bereits im vergangenen Schuljahr eine großen Umfrage zur Befindlichkeit von Schülern, Eltern und Lehrern gestartet und ausgewertet. Dabei schneidet die Schule sogar gut ab. Gerade in Klasse 5 und 6 sind die Schüler stolz auf ihre Schule. Allerdings wechseln zwei Drittel der Schüler dann aufs Gymnasium. Wer bleibt, darf nicht das Gefühl bekommen, er sei übrig geblieben.

Stadtvertreter Rudi Roloff macht auf ein weiteres Problem bei der Außenwirkung der Schule aufmerksam: Niemand kümmert sich darum, was sich an der Bushaltestelle mitten in der Stadt abspielt. Manche Leute wechseln wegen der Schüler die Straßenseite.

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