Biberfraß:

Was hat denn Horst da schon wieder angestellt?

Der Biber an sich ist eher scheu. Das Tier bekommt man selten zu Gesicht. Dafür hinterlässt der Nager oft Spuren, die nicht zu übersehen sind. Manchmal nagt ein Biber aber auch so, dass danach kein Durchkommen mehr ist. Und dann muss die Feuerwehr ran – wie in Rieth.

Etwa drei Kilo Grünfutter braucht ein Biber pro Tag.
ZVG Etwa drei Kilo Grünfutter braucht ein Biber pro Tag.

Reno Banse nimmt es gelassen. Der Mann aus Rieth ist seit Jahren bei der Feuerwehr und hat schon einiges erlebt. Doch nun gibt es Neues. Ein Vierbeiner hält die Riether Löschtruppe in Atem. „Wir haben einen Biber“, sagt Reno Banse. Und der Nager ist da aktiv, wo Telefonfreileitungen installiert sind. „Das ist bei der Riether Stiege, da, wo die Platten aufhören und der Schotterweg beginnt“, sagt Reno Banse. Dort hat der Nager – vielleicht waren es ja auch mehrere – kräftig seine Beißwerkzeuge eingesetzt. Das brachte einige Bäume zum Umfallen, und manche landeten auf den Freileitungen und drohten diese zu zerstören. „Also mussten wir raus, auch, um die Straße wieder freizumachen“, sagt der Feuerwehrmann. Obwohl es jedes Mal fast zwei Kilometer Anfahrt bis zum Nage-Platz sind, sieht der Feuerwehrmann es sportlich. „Das sind dann Übungsstunden mit der Motorsäge“, sagt er. Gesehen haben die Riether Kameraden den Biber zwar noch nicht. Das Tier aber ist für sie nun schon fast so etwas wie ein alter Bekannter. „Und darum überlegen wir auch, ob wir ihm einen Namen geben – Horst vielleicht“, sagt Reno Banse.

Dass die Riether in Sachen Biber gelassen bleiben, findet Jochen Elberskirch, der Leiter der zuständigen  Station für den Naturpark am Stettiner Haff, natürlich gut. Doch er weiß, dass es dennoch immer zu Konflikten kommen kann. Spätestens dann, wenn die Biber sich an Deichen zu schaffen machen – oder ein Landwirt mit seinem Traktor nicht mehr auf den Acker kann, wenn das Gerät wegen der Biberaktivitäten in den Boden einsinkt.

Dennoch gilt für den Biber strengster Schutz. Insgesamt, sagt Jochen Elberskirch, gibt es im Naturpark am Stettiner Haff mehr als 70 Biberfamilien. Pro Bibernase brauchen die Tiere täglich etwa drei Kilo Phytomasse – pflanzliche Nahrung also. Weil das Grün im Herbst knapp ist, nehmen sich die Nager Bäume vor. Um an die zarte Rinde der Zweige zu kommen, legen die Tiere eben auch die Bäume um. Meistens in Gewässernähe, und dort legen die Nager ihr Futter auf einer Art Floß ab. Fatal, sagt der Naturparkchef, denn im Zuge der Gewässerpflege werden diese Vorratslager ebenfalls entfernt – und dann muss der Biber sich nach anderem Futter umsehen. Dass die Biberzahl im Naturpark ausufert, sei nach Angaben des Naturparkchefs nicht zu befürchten. „Alle Reviere sind besetzt, da reguliert sich das von allein“, sagt Jochen Elberskirch.

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