Übung im Sperrgebiet:

Was tun, wenn der Armee-Wald brennt?

Waldbrand auf dem Bundeswehr-Übungsplatz! Dieses üble Szenario haben am Sonnabend über 200 Retter aus Vorpommern-Greifswald geprobt. Längst nicht alles klappte so, wie es sollte - aber genau darum ging es.

Bei der Übung wurde ein Waldbrand im früheren Truppenübungsplatz der Bundeswehr simuliert, für dessen Sicherung jetzt nicht mehr die Bundeswehr, sondern die örtlichen Feuerwehren verantwortlich sind.
Gabriel Kords Bei der Übung wurde ein Waldbrand im früheren Truppenübungsplatz der Bundeswehr simuliert, für dessen Sicherung jetzt nicht mehr die Bundeswehr, sondern die örtlichen Feuerwehren verantwortlich sind.

Seit klar ist, dass die schrumpfende Bundeswehr den Truppenübungsplatz Jägerbrück zum Standortübungsplatz herabgestuft hat, steht auch fest: Die freiwilligen Feuerwehren in der Haff-Region sind künftig auch für den Brandschutz auf dem Militärgelände verantwortlich. Denn die Feuerwehr der Bundeswehr wird in diesen Wochen aufgelöst.

Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, probten über 200 Retter aus Vorpommern-Greifswald, vornehmlich aus der Haff-Region, am Sonnabend den Ernstfall in dem Waldgebiet. Simuliert wurde ein Waldbrand, der sich wegen ungünstiger Witterungsbedingungen rasch ausbreitete. Hinzu kamen geplante technische Schwierigkeiten und verletzte Bundeswehr-Soldaten. Im Einsatz waren Feuerwehrkräfte aus Deutschland und Polen, das Rote Kreuz, das technische Hilfswerk und viele mehr.

Die Übung zeigte: Zwar sind binnen Stunden hunderte Retter mit aufwändiger Spezialtechnik vor Ort. An bestimmte Bedingungen auf dem für die Öffentlichkeit unzugänglichen Gelände müssen sich die Kräfte aber noch gewöhnen: Problematisch war insbesondere die fehlende Abdeckung des Forstgebiets mit dem Digitalfunk der Retter. Zum Teil mussten die Nachrichten wegen fehlender Funkverbindungen per Boten übermittelt werden - das kostet im Ernstfall wertvolle Zeit.

Die Kreisverwaltung, die die Übung unter Federführung von Kreisbrandmeister Marco Stange organisiert hatte, wertete das Manöver aber gerade deswegen als vollen Erfolg. Es seien zwar Schwachstellen deutlich geworden, aber genau darum werde ja geübt, hieß es. Und nicht alle Eventualitäten ließen sich vorher am Reißbrett durchplanen.

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