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Was wir von Jordanien lernen können

VonKatja MüllerWenn einer eine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen. Kreistagsmitglied Patrick Dahlemann hat jetzt den Landkreis in Jordanien bekannt ...

Der kleine Beduinenjunge Abdullah half Patrick Dahlemann (l.) beim Binden des Kopftuches. In der Hitze bei 35 Grad Celsius der Felsenstadt Petra war es ohne nicht auszuhalten.  FOTOS:zvg

VonKatja Müller

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen. Kreistagsmitglied Patrick Dahlemann hat jetzt den Landkreis in Jordanien bekannt gemacht und auch einige Ideen aus dem Land für unsere Region mitgebracht.

Uecker-Randow.Es gab einige Hürden zu nehmen, bis das vorpommersche Kreistagsmitglied Patrick Dahlemann (SPD) im Flieger nach Jordanien saß. Das Auswärtige Amt und der Verein „Bürger Europas“ hatten dazu eingeladen. „Ich musste einen Motivationsaufsatz schreiben und auch einen Lebenslauf abgeben“, erklärt er. Denn die Reise in den vorderasiatischen Staat war keineswegs eine Urlaubsfahrt. „Das war ein wahres Mammutprogramm. Morgens um sieben ging es los und vor Mitternacht war meistens nie Feierabend“, erzählt Dahlemann. Er war als Botschafter für den Landkreis und die Stadt Torgelow unterwegs. Torgelows Bürgermeister Ralf Gottschalk hatte ihn mit zahlreichen Souvenirs ausgestattet, und die kamen an. „Die Menschen waren dort sehr freundlich und haben interessiert die Geschenke studiert, zu denen auch Bildbände aus der Region zählten. Selbst Fußballwimpel des Vereins Greif Torgelow wurden dort hoch gehandelt“, sagt Patrick Dahlemann. Doch nicht nur freudige Gesichter hat der Vorpommer auf seiner Reise gesehen. Auch die Armut des Landes blieb der Reisegruppe nicht erspart. „Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig die Leute dort auskommen. Da leben wir vergleichsweise luxuriös, auch wenn manche Bürger hier wirklich nahe an der Armutsgrenze sind und sie mit großen Sorgen zu kämpfen haben“, erklärt der Torgelower. Besonders beeindruckt war er über die Tatsache, dass es angeblich keine Menschen mit Behinderung in diesem Land gibt. „Die spielen eigentlich keine Rolle. Nur eine Werkstatt haben wir besucht, wo Menschen mit Behinderung an Nähmaschinen gearbeitet haben“, erzählt er. Doch Dahlemann hat auch positive Eindrücke für Veränderungen hier vor Ort aus Jordanien mitgebracht: „Das ist ein wahres Sportland. Mit wenig Mitteln wird dort ganz viel gemacht. Das hat Vorbildcharakter. Soweit müssen wir hier auch kommen, dass sich jeder mit einbringt, wenn es um die Sportförderung geht.“ Vor allem gehe es ihm um eine verbesserte Teilhabe jedes einzelnen. „Nach so einer Reise merkt man erst mal richtig, wie wichtig die Demokratie in einem Land ist und wie viel wir auf politischer Ebene mitbestimmen können. Wir müssen es nur wollen“, betont Dahlemann. Auch dem staatlichen Fernsehsender und einer Radiostation stattete er auf seiner achttägigen Reise durch Jordanien einen Besuch ab. „Hier wurden auch noch einmal deutliche Unterschiede zur europäischen oder deutschen Medienlandschaft sichtbar. Unsere Presse- und Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Davon träumen die Menschen dort.“ Und die Worte eines jordanischen Reiseteilnehmers klingen ihm noch heute im Ohr: „Ihr wisst euer Glück nicht zu schätzen. Ihr könnt wählen, wen ihr wollt, denken, was ihr wollt und ihr dürft es auch sagen. Das ist für uns unvorstellbar.“
Mehr von seinen Reiseerlebnissen berichtet er während eines jordanischen Abends mit Dia-Show am 29. April um 18 Uhr im Torgelower Haus an der Schleuse.