Kurios:

Wer bitte klaut ein Dixi-Klo?

Das ist doch kaum zu glauben: Da klaut doch jemand einfach ein Dixi-Klo. Nicht von einer Baustelle, sondern von der Motocross-Bahn in Wilhelmsburg. Die Motorsportler sind stinksauer.

Das hätten sich die Wilhelmsburger Motocrosser nie träumen lassen: Irgendjemand hat ihnen ihr Dixi-Klo geklaut.
Daniel Karmann Das hätten sich die Wilhelmsburger Motocrosser nie träumen lassen: Irgendjemand hat ihnen ihr Dixi-Klo geklaut.

Grün ist es gewesen, und es hat ab und an doch für Erleichterung gesorgt. Gerade, weil es mitten im Gelände stand, genauer: an der Motocross-Bahn der Wilhelmsburger. Nun aber ist das Dixi-Klo-Häuschen weg. Einfach aus der vorpommerschen Landschaft verschwunden. Und keiner weiß, wer es war. „Am Sonnabend, am Morgen so zwischen 7 und 9 Uhr, muss das passiert sein“, sagt Dieter Bendler vom Vorstand der Motorsportler.

Nach dem, was sich an den Spuren erkennen ließ, müssen da Profis mit ernsten Absichten am Werk gewesen sei. „Wir hatten das Häuschen richtig fest montiert. Verschraubt, mit Eisenband gesichert“, sagt Dieter Bendler. Alles das hat aber nichts genutzt, das Häuschen ist weg. Fachgerecht aus der Verankerung gelöst. „Das ist ein Schaden von etwa 550, 600 Euro“, sagt Dieter Bendler. Und er ist erschüttert darüber. Denn das mobile Toilettenhaus sei eine Sponsorengabe gewesen, eine sehr willkommene, denn an manchen Tagen ist das Getümmel auf und an der Strecke groß – und damit auch die Zahl jener, die das stille Örtchen in Anspruch nehmen.

„Für das Dixi-Klo haben wir nichts bezahlen müssen, aber wir haben uns um die Entsorgung gekümmert“, sagt Bendler. Er und seine Motorsportfreunde befürchten, dass es das nun war mit dem Dixi-Klo an der Crossbahn. Denn es ist kaum anzunehmen, dass der Sponsor noch einmal so eine Spende hergeben wird.

Versichert sei das Haus nicht gewesen. Wer kommt schon auf die Idee, dass so etwas zum Gegenstand krimineller Begierde werden würde? „Gold, Silber, Technik, Autos – das könnte ich ja verstehen“, sagt Bendler. Übrigens gibt es wegen der Sache keine Anzeige bei der Polizei. „Wir haben in den vergangenen Jahren ja mehrfach Diebstähle gehabt, bei einem ist Werkzeug geklaut worden, der Schaden lag bei etwa 3000 Euro“, sagt Bendler. Jedes Mal sei dann zwar Anzeige erstattet worden, aber die seien alle ins Leere gelaufen. So hoffen die Wilhelmsburger nun, dass es vielleicht eine andere Strafe für den Klo-Dieb gibt: „Den soll der Blitz beim… erschlagen“, sagt Dieter Bendler - allerdings meint er das nicht ganz so ernst.

Ernst gemacht haben die Motorsportler aber mit einer anderen Sache. „Wir haben auf dem Areal nichts mehr, was von Interesse für Diebe sein könnte“, erklärt Dieter Bendler. Sämtliche Türen sind mittlerweile so verschlossen, dass sie ohne Gewalt geöffnet werden können und dabei nicht beschädigt werden , doch dahinter befindet sich nichts, was potenzielle Langfinger verleiten könnte.

Eine traurige Entwicklung, wie Bendler findet. Denn noch vor Jahren konnte man zum Beispiel Werkzeug und Ersatzteile nahezu ohne Sicherung auf der Wilhelmsburger Crossbahn lassen. Da sei nichts weggekommen. Sagt Dieter Bendler. Darüber hatte sich seinerzeit eine polnische Besuchergruppe gewundert, die sich die Anlage angesehen hat. „Bei uns ginge das nicht, morgens wäre das wahrscheinlich weg“, hatte damals der polnische Delegationschef gesagt. „Bei uns geht das jetzt auch nicht mehr“, müsste Dieter Bendler dem polnischen Besucher seinerseits heutzutage berichten.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!