Massives Algenproblem:

Wer hat Mönkebudes Kirche so befleckt?

Wenn’s kein Gotteshaus wäre, würde man fluchen: Verdammte Algenpest! Es wächst wie das Böse. Noch hat niemand ein durchschlagendes Mittel gegen den mysteriösen Befall gefunden. Eines ist aber so sicher wie das Amen in der Kirche: Es wird richtig teuer, und Hilfe von oben ist garantiert nicht drin!

Wenn man aus Leopoldshagen nach Mönkebude fährt, bietet sich einem dieses unschöne Bild.
Lutz Storbeck Wenn man aus Leopoldshagen nach Mönkebude fährt, bietet sich einem dieses unschöne Bild.

Was die Blicke auf die Mönkebuder Kirche zieht, sind nicht unbedingt Form und Gestaltung des Gotteshauses. Es geht vielmehr um die Fassade an sich. Die eigentlich weiße Außenhaut des Gotteshauses ist eben nicht mehr das. Nein, fast scheint es so, als ob das Gebäude nun ein rotes werden sollte.

Schuld daran sind kleinste Lebewesen. „Rot- oder Braunalgen“, sagt Pfarrer Rainer Schild. „Und dieses Problem belastet uns schon sehr“, sagt er. Dass das Weiß nach und nach von der Fassade verschwindet, das hat etwas mit dem Putz zu tun, der 1993 angebracht worden ist. Offenbar hat er das Algenwachstum nicht verhindern können. „Und wenn man sich in Mönkebude umsieht, haben auch andere Häuser, die in der Zeit verputzt worden sind, dieses Problem“, sagt Rainer Schild. Was vielleicht etwas tröstet, aber dennoch keine Entschuldigung ist.

Eines ist jedenfalls sicher: Es wird richtig teuer!

Wie eine Lösung aussehen kann, die auch über Jahrzehnte hält? Genaues lässt sich nicht sagen. Zwar haben Experten von der Hochschule Wismar sich die Sache angeschaut: Sie unternahmen Spektralanalysen, untersuchten, was auf der Fassade drauf und dran ist. Sogar Wissenschaftler aus Bremen und dem Ruhrgebiet haben sich mit der Angelegenheit befasst. Aber eine Lösung, die hält, die konnten die Fachleute auch nicht anbieten. „Einige haben angeboten, die Kirche als Referenzobjekt zu nutzen und verschiedene Dinge auszuprobieren“, sagt der Pfarrer. Aber ein Gotteshaus so als Versuchsobjekt, als Forschungsgegenstand?

Der Altarraum an der Kirche hat dennoch versuchsweise einen neuen weißen Anstrich bekommen. Der sieht bislang ganz gut aus. „Aber das sah der Putz in den ersten Jahren auch“, sagt Rainer Schild. Wenn das Algenproblem am Gotteshaus auf Dauer gelöst werden soll, dann muss viel Geld in die Hand genommen werden. Und zwar von der Kirchengemeinde. Denn das Mönkebuder Gotteshaus ist keine so genannte Patronatskirche, kann also nicht mit garantierten Fördermitteln aus dem Kirchenhaushalt rechnen.

Und es wird nicht billig. Die angebotenen Systeme verschiedener Hersteller mögen sich bei den Zutaten unterscheiden, aber eines haben sie gemein: Sie sind teuer. Und das lässt die Entscheider auch zögern. „Was nützt ein System, wenn die Hersteller nur fünf, sechs Jahre Garantie geben?“, fragt Pastor Schild.